Ein tierischer Lehrmeister

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
geschichtenlegendensagen Avatar

Von

Eine Straßenkatze, die im Winter Schutz bei einem buddhistischen Mönch sucht und ihm am Ende mehr über das Leben beibringt, als er selbst erwartet hätte – allein diese Ausgangsidee finde ich schon ziemlich charmant. Die Leseprobe von Die Katze, die den Mönch das Leben lehrte wirkt auf mich angenehm ruhig und entschleunigend. Besonders gefällt mir, dass die Katze offenbar nicht einfach nur ein süßes Tier in der Geschichte ist, sondern tatsächlich zum Gegenüber des Mönchs wird und ihn dazu bringt, Dinge anders zu betrachten. Gerade die Vorstellung, dass ein Mönch, der sich bewusst in die Stille eines Bergklosters zurückzieht, ausgerechnet von einer eigenwilligen Katze etwas über Geduld und Aufmerksamkeit lernen kann, hat für mich etwas Humorvolles. Gleichzeitig finde ich den Gedanken schön, dass man nicht immer nach großen Antworten suchen muss, sondern manchmal durch ganz alltägliche Beobachtungen etwas über sich selbst lernen kann. Die Verbindung mit buddhistischer Philosophie interessiert mich ebenfalls, weil sie hier nicht nach komplizierter Theorie klingt, sondern offenbar aus dem Zusammenleben mit der Katze heraus entsteht. Besonders neugierig macht mich, welche kleinen Situationen im weiteren Verlauf zu solchen Erkenntnissen führen und ob die Katze tatsächlich mehr „weiß“, als man ihr zunächst zutraut – oder ob der Mönch einfach gelernt hat, genauer hinzusehen. Insgesamt vermittelt die Leseprobe für mich eine sehr warme, friedliche Atmosphäre und wirkt wie ein Buch, das man eher langsam lesen und zwischendurch immer wieder zur Seite legen möchte, um über einen Gedanken nachzudenken. Gerade diese entschleunigende Art finde ich momentan ziemlich ansprechend.