Was eine Tempelkatze über das Warten weiß
Die Leseprobe zu „Die Katze, die den Mönch das Leben lehrte" von Bokyeong Sunim hat mich mit ihrer stillen, meditativen Atmosphäre sofort eingefangen. Schon die Karte des Tempelgeländes am Berg Jogye zu Beginn, mit eingezeichneten Ruheplätzen und dem „Revier der Tempelkatze Nyangi", stimmt einen auf ein Buch ein, das man langsam lesen möchte, Seite für Seite, so wie man auch eine Katze beobachtet.
Berührt hat mich besonders das Vorwort, in dem Bokyeong Sunim erzählt, wie die Katze überhaupt zu ihm kam und wie sich daraus ein ganzes Buch entwickelte. Die Verbindung zum „Kleinen Prinzen" – das Zitat über das Glücklichsein schon eine Stunde vor der Verabredung – gibt der Geschichte einen leisen, poetischen Rahmen, ohne kitschig zu wirken. Besonders eindrücklich fand ich die Passage, in der der Mönch beschreibt, was ihn die Katze gelehrt hat: Beobachten und Warten. Dass Geduld, wie er mit Epiktet und Baltasar Gracián belegt, zu den tragenden Säulen des Lebens gehört, wird hier nicht abstrakt behauptet, sondern ganz konkret an einem Tier festgemacht, das sich einen erhöhten Platz sucht und dann einfach still verharrt.
Auch die kleinen Informationsseiten über das Revier der Katze auf dem Pagodenhof – das Gusan-Zen-Tor, durch das sich jeder verbeugen muss außer kleinen Kindern und Nyangi, oder der abendliche Spaziergang um 22 Uhr – schaffen eine Nähe zum Klosterleben, die zugleich sehr konkret und sehr sanft ist. Man merkt, dass hier jemand aus echter, langjähriger Beobachtung heraus schreibt, nicht aus einer Idee von Achtsamkeit, die sich gut verkaufen lässt.
Die erste Geschichte, mit der die eigentliche Erzählung beginnt – „Wir tragen alle eine Insel im Herzen, während wir durchs Leben gehen" –, deutet an, dass es im Buch nicht nur um die Katze, sondern auch um Einsamkeit und Trost geht. Nach dieser Leseprobe bin ich sehr gespannt auf die folgenden Geschichten und darauf, welche kleinen buddhistischen Lebenslehren Bokyeong Sunim noch aus dem Alltag mit Nyangi zieht. Ein Buch, das nach Ruhe und einer Tasse Tee verlangt.
Berührt hat mich besonders das Vorwort, in dem Bokyeong Sunim erzählt, wie die Katze überhaupt zu ihm kam und wie sich daraus ein ganzes Buch entwickelte. Die Verbindung zum „Kleinen Prinzen" – das Zitat über das Glücklichsein schon eine Stunde vor der Verabredung – gibt der Geschichte einen leisen, poetischen Rahmen, ohne kitschig zu wirken. Besonders eindrücklich fand ich die Passage, in der der Mönch beschreibt, was ihn die Katze gelehrt hat: Beobachten und Warten. Dass Geduld, wie er mit Epiktet und Baltasar Gracián belegt, zu den tragenden Säulen des Lebens gehört, wird hier nicht abstrakt behauptet, sondern ganz konkret an einem Tier festgemacht, das sich einen erhöhten Platz sucht und dann einfach still verharrt.
Auch die kleinen Informationsseiten über das Revier der Katze auf dem Pagodenhof – das Gusan-Zen-Tor, durch das sich jeder verbeugen muss außer kleinen Kindern und Nyangi, oder der abendliche Spaziergang um 22 Uhr – schaffen eine Nähe zum Klosterleben, die zugleich sehr konkret und sehr sanft ist. Man merkt, dass hier jemand aus echter, langjähriger Beobachtung heraus schreibt, nicht aus einer Idee von Achtsamkeit, die sich gut verkaufen lässt.
Die erste Geschichte, mit der die eigentliche Erzählung beginnt – „Wir tragen alle eine Insel im Herzen, während wir durchs Leben gehen" –, deutet an, dass es im Buch nicht nur um die Katze, sondern auch um Einsamkeit und Trost geht. Nach dieser Leseprobe bin ich sehr gespannt auf die folgenden Geschichten und darauf, welche kleinen buddhistischen Lebenslehren Bokyeong Sunim noch aus dem Alltag mit Nyangi zieht. Ein Buch, das nach Ruhe und einer Tasse Tee verlangt.