Was uns eine Katze über das Leben lehren kann

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jule2005 Avatar

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Schon das Cover von Die Katze, die den Mönch das Leben lehrte hat mich mit seiner ruhigen und warmen Ausstrahlung angesprochen. Die Leseprobe vermittelt sofort eine besondere Atmosphäre. Man bekommt nicht nur Einblicke in das Leben eines buddhistischen Mönchs und den Tempel Songgwangsa, sondern lernt gleichzeitig die Katze Nyangi kennen, die dort ihr ganz eigenes kleines Reich zu haben scheint.

Besonders schön finde ich, wie liebevoll Bokyeong Sunim Nyangi beobachtet. Sie wirkt keineswegs wie ein bloßes Haustier, sondern wie eine eigenständige Persönlichkeit, die ihren Tagesablauf und ihre Lieblingsplätze hat. Die kleinen Beschreibungen, etwa wie sie auf den Abendspaziergängen ihren eigenen Weg geht oder sich zwischen den Stupas versteckt und den Mönch zu sich ruft, machen die Beziehung zwischen den beiden sehr lebendig.

Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Er ist ruhig, nachdenklich und beinahe meditativ, ohne dabei schwer zu wirken. Besonders interessant fand ich die Verbindung zwischen den Beobachtungen der Katze und buddhistischen Gedanken. Aus ihrem Verhalten entstehen Überlegungen über Achtsamkeit, Selbstreflexion, Geduld und das Loslassen. Gerade die beiden Lektionen „Beobachten“ und „Warten“ haben mich angesprochen, weil sie eigentlich ganz einfache Tätigkeiten sind, die im hektischen Alltag aber schnell verloren gehen.

Auch die Gestaltung mit den Illustrationen stelle ich mir wunderschön vor. Die Leseprobe macht deutlich, dass die Katze nicht nur im Mittelpunkt des Textes steht, sondern auch bildlich immer wieder aufgegriffen wird. Dadurch entsteht für mich der Eindruck eines sehr persönlichen und entschleunigenden Buches.

Ich erwarte keine klassische Geschichte mit einer großen Handlung, sondern vielmehr eine Sammlung von Beobachtungen und Gedanken, die dazu einlädt, selbst einmal langsamer zu werden und die kleinen Dinge bewusster wahrzunehmen. Besonders interessiert mich, welche weiteren Lebensweisheiten Nyangi ihrem menschlichen Begleiter noch „beibringen“ wird. Nach der Leseprobe habe ich jedenfalls das Gefühl, dass dieses Buch eine kleine Auszeit vom Alltag sein könnte und genau das macht mich neugierig auf mehr.