Kleine Geschichte mit großer Wirkung

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eurydome Avatar

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Die Katze, die den Mönch das Leben lehrte von Bokyeong Sunim ist für mich ein ganz besonderes Buch – ruhig, warmherzig und voller kleiner Weisheiten, die noch lange nach dem Lesen im Herzen bleiben. Schon das wunderschön gestaltete Cover hat mich neugierig gemacht. Die sanften Farben und das Motiv des Mönchs und der Katze passen wunderbar zur Atmosphäre des Buches.

Im Mittelpunkt steht der buddhistische Mönch Bokyeong Sunim, der nach vielen Jahren in Seoul in die Stille eines Bergklosters zurückkehrt. Ausgerechnet dort, inmitten eines kalten Winters, taucht plötzlich der streunende Kater Nyangi auf. Aus einer zunächst eher unfreiwilligen Begegnung entwickelt sich ganz langsam eine innige Verbindung. Besonders charmant fand ich, dass der Mönch zunächst überhaupt keine Ahnung von Katzen hat und sich erst einmal informieren muss, was sein neuer Mitbewohner eigentlich braucht. Vom einfachen Karton bis zum gemütlichen Platz im Zimmer wächst Nyangi nach und nach immer mehr in sein Leben hinein.

Doch Nyangi ist nicht einfach nur eine Katze. Durch ihn lernt der Mönch, aber auch wir Leser, wieder genauer hinzusehen, geduldig zu sein und nicht alles erzwingen zu wollen. Die scheinbar einfachen Gedanken über das Beobachten, Warten, Loslassen und Annehmen haben mich sehr berührt. Mehrmals habe ich das Buch zur Seite gelegt, um über einen Satz oder eine Erkenntnis noch ein bisschen nachzudenken.

Der Schreibstil ist angenehm, ruhig und beinahe poetisch. Die kurzen Kapitel laden dazu ein, zwischendurch innezuhalten und das Gelesene nachwirken zu lassen. Wunderschöne Illustrationen begleiten die Geschichten und lockern das Buch auf. Besonders schön fand ich auch die Fotografien von Nyangi am Ende – sie verleihen der Geschichte noch einmal eine ganz persönliche Note.

Für mich ist dieses Buch ein kleiner Seelenstreichler und eine wunderbare Auszeit vom hektischen Alltag. Eine berührende Geschichte über Achtsamkeit, Freundschaft und die besonderen Lektionen, die uns manchmal gerade jene Wesen lehren, von denen wir es am wenigsten erwarten. Ein Buch zum Genießen und Innehalten.