Lektüre für Bedachtsamkeit
Bei guten Büchern, die mich in irgendeiner Weise abholen, passiert es mir, dass ich häufig nur so durch die Seiten fliege. Mit diesen Büchern bin ich deswegen in der Regel ziemlich schnell fertig. Bei "Die Katze, die den Mönch das Leben lehrte" erging es mir dieses Mal jedoch anders. Für mich war es kein Buch, das ich an einem Tag lesen konnte, was rein auf die Seitenanzahl bezogen durchaus möglich gewesen wäre. Nein, dieses Buch von Bokyeong Sunim erfordert Zeit bzw. dass man sich diese Zeit auch bewusst nimmt. Der Autor berichtet darin von seinem Leben im buddhistischen Kloster und seiner Begegnung mit einer Katze. Als Leserin folgt man seinen Beobachtungen in thematisch gefassten Kapiteln unterschiedlicher Länge. Dabei schildert er jedoch nicht nur seine Erfahrungen mit der Katze, sondern geht auch auf sein Leben im Kloster ein. Dabei gibt es immer wieder spirituelle Bezüge, aber auch Verweise auf literarische Werke, die der Autor gelesen hat. Diese Mischung hat bei mir zu einem sehr bedachten und achtsamen Lesen geführt, bei dem ich abends nur ein Kapitel vor dem Schlafengehen gelesen habe. Diese sehr langsame Lektüre hat für mich perfekt zum Buch gepasst.
Aufgelockert werden die Kapitel durch einige gezeichnete Situationen, in denen die Katze zu sehen ist. Diese Illustrationen sind wahnsinnig gut gelungen und runden das Werk ab.
Aufgelockert werden die Kapitel durch einige gezeichnete Situationen, in denen die Katze zu sehen ist. Diese Illustrationen sind wahnsinnig gut gelungen und runden das Werk ab.