Manchmal braucht es eine Katze, um das Leben mit anderen Augen zu sehen

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caroth Avatar

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Worum geht’s?

Der buddhistische Mönch Bokyeong hat sich in ein Bergkloster zurückgezogen und trifft dort eines Tages auf eine streunende Katze.

Aus anderen Klöstern kennt er es bereits, dass Katzen immer wieder in den Klosterhöfen Zuflucht suchen. Doch irgendetwas an dieser Katze ist anders. Also beschließt Bokyeong, ihr ein Zuhause zu geben – sofern sie dieses überhaupt annehmen möchte.

Schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Beziehung und Bokyeong sieht sich plötzlich mit ganz neuen Erfahrungen, Gefühlen und Herausforderungen konfrontiert. Erfahrungen, die er in diesem Buch mit uns teilt.

Meine Meinung:

Wie ich es bereits aus einigen anderen koreanischen Büchern kenne, strahlt auch diese Geschichte eine unglaubliche Ruhe aus. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass eigentlich gar nicht besonders viel passiert. Schaut man jedoch genauer hin, steckt zwischen diesen Seiten unglaublich viel über das Leben.

Wir werden auf eine Reise mitgenommen, die sich intensiv mit der Beziehung zwischen Mensch und Tier beschäftigt und uns gleichzeitig Einblicke in das Leben und Denken des Buddhismus und Zen gibt.

Schon das Cover verrät ein wenig, wohin diese Reise führen wird. Darüber hinaus begegnen uns immer wieder andere Bücher, Autoren und Geschichten, auf die Bokyeong zurückgreift, um seine eigenen Gedanken und Beobachtungen zu untermauern. Manche dieser kleinen Geschichten können die eigene Sichtweise auf bestimmte Dinge tatsächlich nachhaltig verändern.

Besonders schön fand ich aber natürlich die Entwicklung der Beziehung zwischen Bokyeong und der Katze. Wer selbst ein Haustier hat, wird vermutlich viele seiner Gedanken sofort nachvollziehen können. Seine Gefühle, seine Sorgen und dieses langsam wachsende Verantwortungsgefühl wirkten auf mich unglaublich vertraut.

Gleichzeitig lernen wir einiges über das Wesen von Katzen – und darüber, dass eine Beziehung zu einem Tier eben nicht nur bedeutet, ihm ein Zuhause zu geben. Auch Bokyeong selbst wächst an seiner neuen Aufgabe und verändert sich durch die Katze.

Die Illustrationen fand ich außerdem wirklich zauberhaft. Sie lockern die ruhigeren Passagen immer wieder auf und haben mich einige Male zum Schmunzeln gebracht, weil sie einfach unglaublich süß gestaltet sind.

Fazit:

Auf eine wunderbar ruhige Art erzählt Bokyeong nicht nur von seinem Leben mit der Katze, sondern vermittelt gleichzeitig Gedanken über das Leben, unsere Gesellschaft und unseren Umgang miteinander – ohne dabei belehrend oder vorwurfsvoll zu wirken.

Nebenbei bekommen wir einen interessanten Einblick in das Zen-Leben und die damit verbundene Kultur. Doch auch Bokyeongs eigene Entwicklung kommt nicht zu kurz.

Am Ende ist es deshalb nicht nur die Geschichte eines Mönchs, der einer streunenden Katze ein Zuhause gibt. Es ist genauso die Geschichte darüber, was ein Tier im Leben eines Menschen verändern kann.

Und währen die Katze sich langsam in Bokyeongs Leben geschlichen hat, schleicht sie sich ganz nebenbei auch ins Herz des Lesers.