Zen auf leisen Pfoten

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
mrs.darcy Avatar

Von

Inhalt:
Nach einigen Jahren in der Großstadt Seoul zieht sich der buddhistische Mönch Bokyeong (der Autor selbst) in ein abgeschiedenes Bergkloster des Jogye-Ordens zurück. Im Winter begegnet ihm eine streunende Katze. Der Mönch fasst den Entschluss, ihr Futter und einen Schlafplatz zu gewähren. Diese vorerst als vorübergehend geplante Aufmerksamkeit entwickelt sich zu einer tiefen Freundschaft, die dem Mönch buddhistische Lehren auf neue Weise vor Augen führt.

Buchgestaltung:
Das Buch ziert ein ansprechendes Cover, und ich freue mich vor allem, dass die koreanische Schrift darauf bleiben durfte. Jedoch wirkt es auf mich durch die runde Sonne und den spitzen Berg recht japanisch anmutend, was ich wiederum ein bisschen unglücklich finde. Korea hat eine ganz eigene typische Landschaft, die man sicher auch gut abbilden könnte.

Mein Eindruck:
Bokyeong Sunim erzählt autobiografisch von der Begegnung mit einer Katze. Zuerst noch unerfahren mit der Katzenpflege und etwas distanziert im Umgang, schließt der Mönch Bokyeong den Vierbeiner immer mehr in sein Herz. Die Beobachtungen des Verhaltens der Katze lassen ihn immer wieder über die Lehren des Zen-Buddhismus reflektieren. Leser:innen erhalten so einen ersten interessanten Einblick in dessen Lehren. Der Autor versucht auch regelmäßig, die westliche Philosophie als Vergleich heranzuziehen, jedoch ohne Vorwissen vorauszusetzen und die Leser:innen damit zu überfordern. Diese lehrhaften Einblicke sind spannend und eine nette Abwechslung zum erzählten Beziehungsaufbau zur Katze, der herzerwärmend beschrieben ist und in den sich sicherlich alle Katzeneltern einfühlen können.
Der Schreibstil ist klar und schlicht, und das Buch wird durch niedliche Zeichnungen ergänzt. Mehr möchte ich nicht verraten. :)

Fazit
Der Roman bietet einen kurzen, autobiografischen Einblick in die Lebensweise der Jogye-Mönche (Zen-Buddhismus). Er ist für Leser:innen geeignet, die sich für Geschichten ohne großen Spannungsaufbau begeistern können, sich für einfache philosophische Themen interessieren und/oder Katzen lieben.