Comicbiografie zum 100. Geburtstag: ein facettenreiches Portrait von Hildegard Knef.

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Buchinhalt:

Dieses Jahr wäre Hidegard Knef 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeichnet diese Graphic Novel das Leben der Sängerin, Schauspielerin und Schriftstellerin nach und lässt den Leser teilhaben an Höhen und Tiefen, Verlusten und Ruhm, am facettenreichen Portrait einer außergewöhnlichen Künstlerin.


Persönlicher Eindruck:

Denkt man an die drei berühmtesten deutschen Künstlerinnen der Kriegs- und Nachkriegszeit, fallen einem drei Namen ein: Marlene Dietrich, Zarah Leander und Hildegard Knef. Und genau deren Leben vermittelt diese Graphic Novel. Hildegard Knef wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Geboren 1925 in Berlin wächst „Hilde“ im Nationalsozialismus auf. Schon früh in ihrer Jugend träumt sie von der Schauspielerei, hat aber wenig Aussicht, Fuß zu fassen. Stationen als Trickfilmzeichnerin, verschiedenen Theaterrollen und schließlich einige Filme bei der UfA folgen, bis sich die Knef schließlich nach Amerika aufmacht, um in Hollywood groß raus zu kommen.

Hildegard Knef war trotz aller Erfolge, höhen und Tiefen, dennoch immer normal geblieben und ein wahres Stehaufmännchen. Sie ließ sich in einer männerdominierten Filmwelt nie unterkriegen und blieb dabei immer natürlich.

Die Graphic Novel an sich verwendet für den Text zahlreiche Liedtexte aus den Chansons der Knef, im Glossar sind alle angegeben, auch für die Leserschaft, der der Name Knef nicht mehr viel sagt. „Für mich soll's rote Rosen regnen“ war ihr größter Hit und das Lied ist schließlich maßgeblich für das Cover und da Fazit ihres schillernden Lebens.

Gut gefallen hat mir der Zeichenstil. Die Bilder sind aussagekräftig und oftmals beklemmend, neben den persönlichen Stationen der Hauptfigur werden auch geschichtliche Tatsachen, wie das Gräuel in Auschwitz oder die Not der Ausgebombten in Berlin nicht ausgeklammert.

Einzig ein kleines Manko ist für mich, dass gerade in der Jugendzeit der Knef ich die Frauenfiguren in den Bildern manchmal nicht voneinander unterscheiden konnte und ab und an raten musste, wer die Knef nun ist und wer jjemand anderes. Erst im fortschreitenden Alter der Hauptfigur ähneln die Zeichnungen dann wieder dem Cover, auf dem Hildegard Knef wirklich vortrefflich getroffen wurde, inklusive ihrer ausdrucksvollen Augen, die sie hatte.

Die Zeitsprünge innerhalb der Handlung gehen an manchen Stellen etwas schnell (vor allem gegen Ende). Die Knef war mehrmals verheiratet, auch die unterschiedlichen Ehemänner konnte ich jetzt anhand des Comicstils nicht ganz nachvollziehen.

Sei's drum: insgesamt war für mich „Die Knef“ eine großartige Hommage an eine beeindruckende Frau, die immer wusste, was sie wollte und auch an ihren Zielen festhielt. Ein absolut lesenswertes Werk, das nicht nur Freunde von Graphic Novels begeistert.