Das Leben ist eine Reise - zum Gegenüber, zu sich selbst oder zu ganz neuen Ufern?

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litway Avatar

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Was passiert, wenn durch eine Extremsituation das Leben eines eingespielten Teams, hier eines über 20 Jahre verheirateten Ehepaares, auf den Prüfstand kommt? Das "Wir" tritt für Kora in den Hintergrund und sie hinterfragt ihre Beziehung, spürt ihren Wünschen nach und offenbart, dass sie Geheimnisse vor ihrem Mann Anselm hat. Die berufliche Auszeit nach einer Herz-OP lässt sie eine Reise nach München zu ihrer Mentorin Gabriella antreten, zunächst eher halbherzig. Der Hilferuf einer Zufallsbekanntschaft, eines Wanderbegeisterten wie sie selbst, lässt sie die Reise unterbrechen. Zunächst reagiert sie zurückhaltend auf seine Bitte, ihre journalistischen Kompetenzen bei der Suche nach seiner verschwundenen Frau einzubringen und erbittet sich Bedenkzeit...
Kora wird Felix sicherlich helfen - vielleicht befindet sich seine Frau in einer ähnlichen Gefühlslage wie Kora selbst. Gisa hat sehr geschickt in den Plot eingeführt und weckt eine große Erwartungshaltung bei den Leser:innnen. Nicht nur die Entwicklung im Fall des Verschwindens, auch die persönlichen Beziehungen der zwei Paare und nicht zuletzt die Identitätssuche Koras in diesem Lebensabschnitt bieten enormen Stoff für eine interessante Geschichte, die zudem sprachlich sehr ansprechend begonnen hat. Wird diese Reise eine Reise zu sich selbst mit einem für alle Beteiligten annehmbaren Ziel sein?