eine Beziehung im Wandel

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irismaria Avatar

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Wer Gisa Klönne kennt, weiß um ihre feine Beobachtungsgabe, ihre leisen Töne und die psychologische Tiefe, mit der sie Beziehungen auslotet. "Die Liebe, später" fügt sich stimmig in dieses Werk ein – ruhig erzählt, klug komponiert und emotional nachhallend.

Im Zentrum steht keine laute Liebesgeschichte, sondern eine, die sich im Rückblick entfaltet: Erinnerungen, verpasste Möglichkeiten, unausgesprochene Gefühle. Klönne interessiert sich weniger für das romantische Ideal als für das, was Zeit mit Menschen macht – wie Nähe entsteht, zerbricht oder sich verwandelt. Gerade darin liegt die Stärke des Romans: in den Zwischentönen, den Leerstellen, dem Ungesagten.

Die Autorin schreibt mit großer Sensibilität für innere Bewegungen. Figuren wirken nicht konstruiert, sondern getragen von Lebenserfahrung, Brüchen und Widersprüchen. Besonders eindrucksvoll ist, wie Klönne zeigt, dass Liebe nicht einfach endet, sondern sich verändert – und manchmal erst im Rückblick ihre ganze Bedeutung bekommt.