Leise, tiefgündige Geschichte

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mitch_0810 Avatar

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Die ersten 30 Seiten von Die Liebe, später haben mich durch ihre ruhige, nachdenkliche Stimmung angesprochen. Gisa Klönne erzählt sehr feinfühlig und beobachtend, wodurch man schnell in die Gedankenwelt der Hauptfigur eintaucht.
Erinnerungen und Gegenwart scheinen eng miteinander verwoben zu sein, was dem Text eine leicht melancholische, aber auch sehr menschliche Atmosphäre verleiht.

Besonders eindrucksvoll fand ich, wie das Thema Liebe nicht romantisch verklärt, sondern realistisch und reflektiert dargestellt wird. Es geht weniger um große Gefühle als um das, was bleibt – um verpasste Chancen, innere Distanz und die Frage, wie sich Beziehungen im Laufe der Zeit verändern.
Die Figuren wirken glaubwürdig und nahbar, auch in ihrer Unsicherheit. Nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, eine leise, tiefgründige Geschichte vor mir zu haben, die weniger Spannung als emotionale Ehrlichkeit verspricht und zum Weiterlesen einlädt.