Liebe im Zwischenraum
Bereits der erste Eindruck von "Die Liebe, später" ist von einer ganz leisen Intensität geprägt. Das Cover wirkt zurückhaltend und gleichzeitig ernst. Genau darin liegt seine Stärke. Es verspricht keine laute Geschichte, sondern eine leise, tiefgehende Auseinandersetzung mit Liebe, Verlust und der Frage, wer wir sind, wenn das Leben uns zwingt, neu zu beginnen. Dieses Versprechen löst die Leseprobe bereits ein.
Gisa Klönnes Schreibstil ist ruhig und von großer emotionaler Tiefe. Ihre Sprache tastet sich behutsam an die inneren Zustände der Protagonistin heran, ohne sie zu bewerten oder weiter zu erklären. Gedanken, Erinnerungen und Wahrnehmungen fließen ineinander, sodass man sich Kora sehr schnell nahe fühlt. Besonders beeindruckend ist, wie viel Spannung aus scheinbar alltäglichen Momenten entsteht. Einerseits aus einem nächtlichen Gedanken und dem Schweigen zwischen zwei Menschen andererseits aus dem Entschluss, eine Reise anzutreten. Die Spannung ist nicht äußerlich, sondern innerlich und wächst aus der Ungewissheit, aus unausgesprochenen Wahrheiten und aus dem Gefühl, dass etwas Entscheidendes in Bewegung geraten ist.
Kora ist eine Figur, die lange nachhallt. Als herzoperierte Journalistin, Ehefrau und Frau in einer Lebensphase des Umbruchs trägt sie viele Rollen in sich, die sich nicht mehr reibungslos vereinbaren lassen. Ihre Beziehung zu Anselm wirkt vertraut und liebevoll, zugleich aber auch fragil - geprägt von Rücksicht, unausgesprochenen Ängsten und einer leisen Distanz. Auch die weiteren Figuren, insbesondere Felix und die abwesende Leonie, werden vielschichtig eingeführt. Beide werfen Fragen auf, die neugierig machen und die Handlung vorantreiben könnten.
Von der Geschichte erwarte ich eine sensible, kluge Erzählung über das Älterwerden, über Entscheidungen, die zu spät oder vielleicht genau im richtigen Moment getroffen werden, und über die Freiheit, die manchmal schmerzt. Die angedeutete Vermisstensache, Koras journalistische Vergangenheit und ihre eigene körperliche Verletzlichkeit versprechen eine Entwicklung, in der äußere Handlung und innere Suche eng miteinander verwoben sind. Ich möchte dieses Buch unbedingt weiterlesen, weil es mich einlädt, innezuhalten und mitzudenken. Es zeigt schon auf den ersten Seiten, dass es den Mut hat, große Themen leise zu erzählen.
Gisa Klönnes Schreibstil ist ruhig und von großer emotionaler Tiefe. Ihre Sprache tastet sich behutsam an die inneren Zustände der Protagonistin heran, ohne sie zu bewerten oder weiter zu erklären. Gedanken, Erinnerungen und Wahrnehmungen fließen ineinander, sodass man sich Kora sehr schnell nahe fühlt. Besonders beeindruckend ist, wie viel Spannung aus scheinbar alltäglichen Momenten entsteht. Einerseits aus einem nächtlichen Gedanken und dem Schweigen zwischen zwei Menschen andererseits aus dem Entschluss, eine Reise anzutreten. Die Spannung ist nicht äußerlich, sondern innerlich und wächst aus der Ungewissheit, aus unausgesprochenen Wahrheiten und aus dem Gefühl, dass etwas Entscheidendes in Bewegung geraten ist.
Kora ist eine Figur, die lange nachhallt. Als herzoperierte Journalistin, Ehefrau und Frau in einer Lebensphase des Umbruchs trägt sie viele Rollen in sich, die sich nicht mehr reibungslos vereinbaren lassen. Ihre Beziehung zu Anselm wirkt vertraut und liebevoll, zugleich aber auch fragil - geprägt von Rücksicht, unausgesprochenen Ängsten und einer leisen Distanz. Auch die weiteren Figuren, insbesondere Felix und die abwesende Leonie, werden vielschichtig eingeführt. Beide werfen Fragen auf, die neugierig machen und die Handlung vorantreiben könnten.
Von der Geschichte erwarte ich eine sensible, kluge Erzählung über das Älterwerden, über Entscheidungen, die zu spät oder vielleicht genau im richtigen Moment getroffen werden, und über die Freiheit, die manchmal schmerzt. Die angedeutete Vermisstensache, Koras journalistische Vergangenheit und ihre eigene körperliche Verletzlichkeit versprechen eine Entwicklung, in der äußere Handlung und innere Suche eng miteinander verwoben sind. Ich möchte dieses Buch unbedingt weiterlesen, weil es mich einlädt, innezuhalten und mitzudenken. Es zeigt schon auf den ersten Seiten, dass es den Mut hat, große Themen leise zu erzählen.