Ein Infragestellen im Alter

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hundeliebhaberin Avatar

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Kora und Anselm sind seit über zwanzig Jahren verheiratet. Kora war Journalistin, bis sie eine Herzoperation aus dem Job und dem Alltag holt und eine lange Regenerationsphase beginnt. Anselm war Biologe, hat in Berlin gearbeitet und ist an den Wochenenden immer zur Kora nach Köln gependelt. Als er in Frührente geht und aus der Fernehe plötzlich eine dauerhafte Anwesenheit wird, prallen zwei Welten aufeinander: Anselm möchte endlich sein Traumprojekt umsetzen und einen Libellenteich im Garten anlegen. Kora stellt vieles infrage und nimmt erstmal Abstand. Sie besucht eine ehemalige Arbeitskollegin, verlängert ihren Aufenthalt dort und besucht auch Freund*innen, denkt über die Vergangenheit und Erlebnisse nach und findet vor allem fünf Dinge, die sie sich fragt. Währenddessen setzt sie sich mit dem Verschwinden einer jungen Frau auseinander, deren Partner sie um Hilfe bittet.

Gisa Klönne schreibt nüchtern und distanziert, weshalb es für mich lange gebraucht hat, ein Gefühl für Kora und Anselm zu entwickeln. Ich brauchte die erste Hälfte etwa, um komplett im Roman anzukommen.
Ich kann mir vorstellen, dass vor allem Leser*innen in ihren 50ern/60ern sich in Kora und Anselm wiederfinden können und sich, ihre Ehe und ihre Lebensträume infrage stellen. Da regt Gisa Klönnes Erzählung sicherlich zum Nachdenken oder Umdenken an. Gerade der Wechsel von Nähe und Distanz wird durch die Perspektivwechsel untermalt.

Ein Roman, der die Suche nach sich selbst im fortgeschrittenen Alter thematisiert.