Gut

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
gelincik Avatar

Von

Das Buch „Die Liebe, später“ von Gisa Klönne erzählt die Geschichte über die „zweite Lebenshälfte", in dem es um Kora und Anselm geht, die seit über zwanzig Jahren ein eingespieltes Team sind. Sie Journalistin, er Biologe – eine Ehe, die in der Balance zwischen Nähe und berufsbedingter Distanz perfekt funktionierte. Doch dann kommt der Einschnitt: Kora muss sich einer Herz-OP unterziehen, und plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Während Anselm sich auf die gemeinsame Rente und seinen Libellenteich freut, fühlt Kora nur eine wachsende Entfremdung. Sie bricht aus, reist in ihre eigene Vergangenheit und sucht nach der Frau, die sie einmal war...
​Die Autorin beschreibt die Dynamik einer langjährigen Ehe ohne Kitsch. Das Ringen um Autonomie, wenn der Partner plötzlich ständig da ist, wird sehr präzise eingefangen.
​Die Herz-OP fungiert als emotionaler Katalysator. Die Autorin zeigt meisterhaft, wie körperliche Schwäche radikale Fragen an den Lebensentwurf aufwirft. Der Ton ist dabei unaufgeregt, aber tiefgründig.
Dies ist definitiv kein klassischer Liebesroman, sondern eher eine psychologische Studie über Veränderung und Selbstfindung. Ein tief bewegendes Buch über die Frage, wie man als Paar zusammenbleiben kann, wenn man sich als Individuum neu erfindet.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.