kluges Buch über Nähe und Distanz

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dieaufdemlandlebt Avatar

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Die Liebe später ist ein Roman, der lange nachwirkt, weil er sich Zeit nimmt und genau darin seine Stärke hat. Gisa Klönne erzählt von Beziehungen, Erinnerungen und Entscheidungen, die ein Leben prägen, ohne laut zu werden oder sich aufzudrängen. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, sehr nah an den Gedanken der Figuren zu sein und ihre Unsicherheiten und Sehnsüchte mitzuerleben.

Besonders gefallen hat mir der klare und zurückhaltende Stil. Die Autorin vertraut darauf, dass kleine Beobachtungen und innere Bewegungen ausreichen, um große Gefühle spürbar zu machen. Viele Szenen wirken alltäglich und gerade deshalb so glaubwürdig. Man liest nicht hastig weiter, sondern bleibt immer wieder an einzelnen Gedanken hängen.

Das Cover passt gut zur Stimmung des Romans. Es wirkt ruhig und ernsthaft und spiegelt die Nachdenklichkeit wider, die sich durch die gesamte Geschichte zieht. Es bereitet gut auf einen Text vor, der nicht auf schnelle Effekte setzt, sondern auf Tiefe.

Die Liebe später ist für mich ein kluges Buch über Nähe und Distanz und über das, was im Leben manchmal erst spät erkannt wird. Ein Roman für alle, die feine Zwischentöne schätzen und Geschichten mögen, die sich langsam entfalten und lange im Kopf bleiben.