Melancholisch und schön

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calimero Avatar

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‚Die Liebe, später‘ der Titel des neuen Romans von Gisa Klönne, so kurz und schlicht, aber sehr aussagekräftig. Kora, Anfang sechzig beginnt nach einer OP über ihr Leben, ihre Beziehung zu ihrem Mann Anselm, ihre zwanzigjährige Ehe und die Frage was sie eigentlich möchte, nachzudenken. Alles war bisher schön, die Ehe gut, beruflicher Erfolg, aber doch fehlt Kora etwas und sie kann nach ihrer OP nicht in ihr altes Leben zurückkehren. Sie flüchtet regelrecht und reist zurück in Orte und zu Menschen aus ihrer Vergangenheit. Der Roman wird auf verschiedenen Ebenen erzählt und von Einschüben, Gedanken Koras, unterbrochen, die die Nähe des Lesers zur Protagonistin steigern.
Gisa Klönne erzählt beherzt, melancholisch und mit viel Gespür die Geschichte einer Frau, die aus dem Alltagstrott ausbrechen will, andere Pläne als ihr Ehemann verfolgt und vor der Endgültigkeit zurückschreckt.
Die Geschichte stimmte mich nachdenklich und auch traurig, aber ist sehr sehr gut geschrieben.