Nähe und Distanz
Inhalt und meine Meinung:
Im Mittelpunkt des Romans stehen Kora und Anselm, ein Ehepaar, das sich über Jahre hinweg ein ausgewogenes Leben zwischen Nähe und Eigenständigkeit aufgebaut hat. Dieses fragile Gleichgewicht gerät ins Wanken, als Kora sich einer lebensbedrohlichen Herzoperation unterziehen muss. Nach dem Eingriff ist nichts mehr wie zuvor. Sie zweifelt an sich selbst, an ihrer beruflichen Rolle, an ihrer Ehe und an dem Leben, welches ihr bislang selbstverständlich erschien. Während Anselm seinen Ruhestand plant und sich nach mehr gemeinsamer Zeit sehnt, sucht Kora immer wieder Abstand. Sie verlässt ihr Zuhause, begegnet Menschen aus ihrer Vergangenheit und lässt alte Gefühle und ungelebte Möglichkeiten wieder aufleben. Parallel hilft sie einem Bekannten bei der Suche nach dessen verschwundener Frau – ein Handlungsstrang, der zusätzliche Spannung und existenzielle Fragen nach Freiheit und Bindung aufwirft.
Gisa Klönne erzählt die Geschichte mit großer Intensität und sprachlicher Klarheit. Der Roman wird aus Koras Perspektive geschildert, was einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt ermöglicht. Ihre Zerrissenheit, ihre Unsicherheit und ihr vorsichtiges Hoffen wirken zu jeder Zeit glaubwürdig und berührend. Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen den verschiedenen Zeitebenen: Gegenwart, Krankenhausaufenthalt und frühere Lebensphasen greifen ineinander und lassen Koras Entwicklung für mich gut nachvollziehbar werden. Kleine Aufzählungen und Einschübe vertiefen dabei subtil das Verständnis für die Beziehung und die Dynamik dahinter.
„Die Liebe, später“ ist ein feinfühliges, eindringliches Porträt einer Ehe im Umbruch und zugleich eine Geschichte über Selbstfindung, Neuanfänge und die Frage, wer wir sein könnten, wenn wir den Mut hätten, uns zu verändern. Ein leiser, kluger und sehr bewegender Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Im Mittelpunkt des Romans stehen Kora und Anselm, ein Ehepaar, das sich über Jahre hinweg ein ausgewogenes Leben zwischen Nähe und Eigenständigkeit aufgebaut hat. Dieses fragile Gleichgewicht gerät ins Wanken, als Kora sich einer lebensbedrohlichen Herzoperation unterziehen muss. Nach dem Eingriff ist nichts mehr wie zuvor. Sie zweifelt an sich selbst, an ihrer beruflichen Rolle, an ihrer Ehe und an dem Leben, welches ihr bislang selbstverständlich erschien. Während Anselm seinen Ruhestand plant und sich nach mehr gemeinsamer Zeit sehnt, sucht Kora immer wieder Abstand. Sie verlässt ihr Zuhause, begegnet Menschen aus ihrer Vergangenheit und lässt alte Gefühle und ungelebte Möglichkeiten wieder aufleben. Parallel hilft sie einem Bekannten bei der Suche nach dessen verschwundener Frau – ein Handlungsstrang, der zusätzliche Spannung und existenzielle Fragen nach Freiheit und Bindung aufwirft.
Gisa Klönne erzählt die Geschichte mit großer Intensität und sprachlicher Klarheit. Der Roman wird aus Koras Perspektive geschildert, was einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt ermöglicht. Ihre Zerrissenheit, ihre Unsicherheit und ihr vorsichtiges Hoffen wirken zu jeder Zeit glaubwürdig und berührend. Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen den verschiedenen Zeitebenen: Gegenwart, Krankenhausaufenthalt und frühere Lebensphasen greifen ineinander und lassen Koras Entwicklung für mich gut nachvollziehbar werden. Kleine Aufzählungen und Einschübe vertiefen dabei subtil das Verständnis für die Beziehung und die Dynamik dahinter.
„Die Liebe, später“ ist ein feinfühliges, eindringliches Porträt einer Ehe im Umbruch und zugleich eine Geschichte über Selbstfindung, Neuanfänge und die Frage, wer wir sein könnten, wenn wir den Mut hätten, uns zu verändern. Ein leiser, kluger und sehr bewegender Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.