Schöne ruhige Geschichte über das Älterwerden und sich selbst finden

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soetom Avatar

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Ich fand es beim Lesen spannend, dass eigentlich über das gesamte Buch im Grunde nichts passiert und es trotzdem spannend ist, der Protagonistin zu folgen, ihre Gedanken zu teilen und mir zu überlegen, wie es mir in einer ähnlichen Situation wohl gehen würde. Es geht auch nicht um die äußeren Dinge - verkauft sie jetzt ihre Wohnung oder nicht? - sondern darum, was ihr in den Umbrüchen eigentlich wirklich wichtig ist, vor die ihr Leben sie stellt.
Dass es gleich eine Herz-OP sein müsste, mag der Dramaturgie geschuldet sein - für mich hätte die Geschichte vermutlich auch mit einem weniger existenziellen Einschnitt funktioniert. Beziehungsweise mit all den weiteren, die sich zu einer ausgewachsenen Sinnkrise zusammenballen.
Die Stärke der Erzählung ist dabei für mich, dass einiges zwar außerhalb meiner eigenen Erfahrungen liegt - als Mann war ich zwangsläufig nie schwanger - aber ich die Gefühle dabei, beziehungsweise im Rückblick immer nachfühlen könnte.