Viele Worte, wenig Wirkung

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majca_ Avatar

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"[Fünf] Fragen, die Kora ihrer Mutter gern gestellt hätte — wie es gewesen ist, zu sterben."

Das Buch erzählt von einer Frau, die nach einer Herz-OP im wörtlichen, wie übertragenen Sinne, wieder versucht auf die Beine zu kommen. Sie schaut zurück auf ihr Leben, ihre Entscheidungen und ob sie den vor ihr liegenden Weg, so wie er ist, weiterhin gehen will.

Auch wenn darin einige bedeutsame Themen enthalten sind, hatte ich Schwierigkeiten am Buch dranzubleiben. Mir fehlte der erzählerischer Fokus; die Geschichte ist relativ richtungslos, was auch der Nebenhandlung der vermissten Bekannten geschuldet ist, und auch charakterlich bleibt die Protagonistin oberflächlich, ihre Gedankengänge diffus und teilweise wenig nachvollziehbar. Statt diese Aspekte auszuarbeiten verbringt der Roman unglaublich viel Zeit mit detaillierte Beschreibungen alltäglicher Handlungen und Beobachtungen. Diese sollen vermutlich (?) atmosphärisch und körperlich wirken, sind aber zu belanglos und minutiös protokollarisch, als das sie die Erzählung bereichern. Im Gegenteil wird der Erzählfluss dadurch weiter erschwert.

Zusätzlich haben mich die andauernden Aufzählungen gestört. Als immer widerkehrendes Stilmittel wirkte es irgendwann formelhaft, pathetisch, uninspiriert (ha! .. :|)

Ein Roman, der viel erzählt ohne zu berühren.