Vom Verschwinden
Gisa Klönnes Roman kreist um die Vorstellung von Flucht und möglichem Neuanfang. Kora, die im Mittelpunkt steht, weiß nach einer überstandenen schweren HerzOP und mit dem Eintritt ihres Mannes in den Ruhestand plötzlich nicht mehr, ob sie ihr Leben fortsetzen will wie bisher.
Drumherum - und von ihr bei der eigenen Suche auch angesteuert - werden andere Erfahrungen mit Verschwinden und Verlassen(werden) erzählt.
Den Wunsch, einfach fort zugehen, haben vielleicht viele schon gehabt, dem Leben einen Ausweg abtrotzen… Flucht und Neuanfang eignen sich so sehr für literarische Spannungsbögen wie es letztlich schwierig ist, daraus einen wirklich gelungenen Plot zu gestalten.
Der Roman baut mit diesem fast schon manischen Dauermotiv durchaus Spannung auf. Gleichzeitig fand ich einiges ärgerlich, hölzern, konstruiert.
Auf jeden Fall spielen sich die existenziellen Fragen vor einer enorm bürgerlichen Kulisse ab. Paare, die mit Renteneintritt nicht die Altersarmut fürchten müssen, sondern sich entfremden über einzurichtende Billardzimmer im großen Eigenheim, anzulegende Libellenteiche im ebenso großen Garten oder Wohnmobilpläne der Oberliga. Die sich über Dinge und einen bildungsbürgerlichen Status mehr definieren als über wirkliche Themen und Gespräche.
Und diese vage, aber drängende Sehnsucht nach etwas ganz anderem, noch einmal.
Das wirkt streckenweise geschmeidig erzählt, aber dann auch wieder aseptisch und getrickst: Wenn der Figur die nötige Tiefe fehlt, wird sie mit Dingen ausstaffiert, und sei es ein Tischtennisball.
Und by the way, der überwiegende Teil der Freund:innen von früher trägt Namen, die viel später in Mode kamen: Mia, Sascha, (Mo)ritz, eine seltsame Häufung von Nicht-Boomer-Namen, soll das schicker wirken?
Der Roman schillert zwischen Themen, die wirklich tief gehen und auf jeden Fall für eine Angehörige der gleichen Generation wie mich echte Triggerpunkte haben - und einer bodenlosen Oberflächlichkeit an mancher Stelle.
Drumherum - und von ihr bei der eigenen Suche auch angesteuert - werden andere Erfahrungen mit Verschwinden und Verlassen(werden) erzählt.
Den Wunsch, einfach fort zugehen, haben vielleicht viele schon gehabt, dem Leben einen Ausweg abtrotzen… Flucht und Neuanfang eignen sich so sehr für literarische Spannungsbögen wie es letztlich schwierig ist, daraus einen wirklich gelungenen Plot zu gestalten.
Der Roman baut mit diesem fast schon manischen Dauermotiv durchaus Spannung auf. Gleichzeitig fand ich einiges ärgerlich, hölzern, konstruiert.
Auf jeden Fall spielen sich die existenziellen Fragen vor einer enorm bürgerlichen Kulisse ab. Paare, die mit Renteneintritt nicht die Altersarmut fürchten müssen, sondern sich entfremden über einzurichtende Billardzimmer im großen Eigenheim, anzulegende Libellenteiche im ebenso großen Garten oder Wohnmobilpläne der Oberliga. Die sich über Dinge und einen bildungsbürgerlichen Status mehr definieren als über wirkliche Themen und Gespräche.
Und diese vage, aber drängende Sehnsucht nach etwas ganz anderem, noch einmal.
Das wirkt streckenweise geschmeidig erzählt, aber dann auch wieder aseptisch und getrickst: Wenn der Figur die nötige Tiefe fehlt, wird sie mit Dingen ausstaffiert, und sei es ein Tischtennisball.
Und by the way, der überwiegende Teil der Freund:innen von früher trägt Namen, die viel später in Mode kamen: Mia, Sascha, (Mo)ritz, eine seltsame Häufung von Nicht-Boomer-Namen, soll das schicker wirken?
Der Roman schillert zwischen Themen, die wirklich tief gehen und auf jeden Fall für eine Angehörige der gleichen Generation wie mich echte Triggerpunkte haben - und einer bodenlosen Oberflächlichkeit an mancher Stelle.