Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

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julirudi Avatar

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Der neue Roman von Gisa Klönne, „Die Liebe, später“, wird aus der Perspektive der Protagonistin Kora erzählt. Kora ist Anfang sechzig und beginnt nach einer Herzklappenoperation, ihr Leben und insbesondere ihre Ehe mit Anselm zu hinterfragen.
Die Erzählung bewegt sich auf verschiedenen Zeitebenen und wird immer wieder von kurzen, inneren Gedanken unterbrochen, in denen Kora sich selbst direkt anspricht. Diese Einschübe verleihen dem Text eine besondere Intimität und Nähe zur Hauptfigur.

Der Roman – und damit Koras Geschichte – beginnt mit einer spontanen Entscheidung: Kora fährt allein nach München zur 85. Geburtstagsfeier von Gabriella, ihrer ehemaligen Journalismus-Lehrerin und heutigen Freundin. Dass sie ohne ihren Mann reist, sagt bereits einiges über den Zustand ihrer Ehe aus. Die Reise wird zugleich zu einer Reise in die Vergangenheit, denn Gabriella hat zahlreiche gemeinsame Bekannte eingeladen.
Ebenso spontan beschließt Kora, bei Felix Halt zu machen, einem zwanzig Jahre jüngeren Mann, mit dem sie einst eine Nahtoderfahrung geteilt hatte. Felix’ Frau Leonie ist verschwunden, und er bittet Kora, als erfahrene Journalistin und Radiomoderatorin, um Unterstützung bei der Suche. Zunächst lehnt sie ab, doch die Bitte lässt sie nicht los, sodass sie hin und her gerissen ist und ihre Hilfe zaghaft zusagt.
Gisa Klönne gelingt mit diesem Roman nicht nur eine sprachlich überzeugende und feinfühlige Erzählung, sondern auch eine spannende Geschichte.