Von Manchester in die Highlands

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juanla Avatar

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Das Buchcover von „Die Liebe trägt Gummistiefel“ fängt die Stimmung des Romans perfekt ein und bildet einen starken Kontrast zu Tess’ bisherigem, grauem Büroalltag in Manchester.
Das Buchcover wirkt fröhlich, einladend und idyllisch. Der Border Collie, der einen gelben Gummistiefel im Maul trägt, verspricht sofort eine Geschichte mit Herz und Humor. Die blühenden Apfelblüten und das rustikale Steinhaus mit der mintgrünen Tür versetzen den Leser direkt in die Lake Districts – weg vom Beton und hin zur Natur. Es ist ein klassisches "Feel-Good"-Cover, das Heilung und einen Neuanfang verspricht.
Die Autorin schreibt sehr empathisch und flüssig. Sie schafft es, die bedrückende Angst vor einer Krankheit, aufgrund von Tess' Familiengeschichte, mit dem harten, fast schon zynischen Arbeitsalltag einer Investmentbankerin zu verknüpfen. Der Text ist gespickt mit kleinen humorvollen Beobachtungen, die die schwere Thematik auflockern, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen.
Die Leseprobe baut eine doppelte Spannung auf. Bezogen auf das Gesundheitliche, ziehen die Ungewissheit über den Befund und die traumatische Erinnerung an den Krebs ihrer Mutter die Leserschaft emotional sofort in Tess' Welt.
Auf der beruflichen Seite deutet der Vorfall mit dem „Rookie“-Schriftzug eine Intrige im Büro an. Clive als Gegenspieler und Tilly als loyale Assistentin bilden ein interessantes Spannungsfeld.
Ich erwarte eine klassische „Slow Burn“-Romanze in einer malerischen Kulisse. Tess wird wahrscheinlich feststellen, dass Erfolg in Manchester nicht alles ist. Der Roman wird zeigen, wie sie lernt, sich wieder auf Gefühle einzulassen – weg von den kühlen Statistiken, hin zu einem Leben, in dem man eben auch mal schmutzige Gummistiefel bekommt.
Ich möchte Tess gern dabei begleiten, wie sie aus ihrem starren Korsett aus Arbeit und Angst ausbricht. Der Kontrast zwischen der taffen Businessfrau und der ggf. bald glücklicheren Version von ihr auf dem Land ist ein starker Antrieb.