Ambivalent

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
gagiju Avatar

Von

Ich hatte mich sehr auf Die Liebeshungrigen gefreut, weil die vorherigen Bücher von Karine Tuil sehr gelobt wurden und die Kurzbeschreibung und der Schreibstil in der Leseprobe mir gefallen haben.
Aber im Buch konnte ich mit den Figuren kaum warm werden – fast alle wirken egozentrisch, denken nur an sich selbst, suchen eher Bestätigung als echte Nähe. Einzig Marianne hat mich etwas berührt, stark und zugleich verletzlich. Dan Lehmanns Diktierpassagen sollen sein Innenleben zeigen, drehen sich für mich aber oft nur im Kreis. Die Mischung aus Machtverlust, Alkohol, Me-Too und gesellschaftlichen Themen ist interessant, war mir aber etwas zu überfrachtet.
Trotzdem lohnt sich m.E. das Lesen, weil das Buch auf subtile Weise über Sehnsucht, Selbstbestätigung und gesellschaftliche Fragen spricht – es regt zum Nachdenken an, auch wenn ich weder emotional noch sachlich immer dabei war.