Geschichten über Macht

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charlit.reads Avatar

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Es ist eine Geschichte über Macht.
Macht in der Politik, Macht als Regisseur und vor allem Macht als Mann.
Nachdem der ehemalige Präsident Dan Lehman aus seiner Regierungsresidenz ausziehen muss, geht sein Leben erneut den Bach herunter. Seine Frau, Schauspielerin Hilda Müller, will sich von ihm trennen. Für sie hat er damals Frau und Kinder verlassen.
Als Hilda die Rolle ihres Lebens spielt, gerät alles ins Wanken. Der Regisseur ist sich seiner Macht schamlos bewusst, nutzt sie aus und spielt vor der Kamera die Rolle des Feministen. Hinter der Kamera ist er es jedoch, der den Mitwirkenden Gewalt antut.
Lehman verfällt dem Alkohol, ist nur ein Schatten seiner selbst, will seine Exfrau zurückgewinnen.

"Die Liebeshungrigen" ist ein Roman, der sehr viel mit Machtverhältnissen und ethischen Fragen spielt. Vor allem in Frankreich kommt es zu dieser Zeit immer wieder zu Bewegungen in der Kunstszene, um auf die Gewalt in jeglicher Form, vor allem an Frauen, aufmerksam zu machen.

Die erste Hälfte des Romans hat es mir schwer gemacht, am Ball zu bleiben. Viele männliche Perspektiven mit wirklich unschönen Einblicken in die Gedankenwelten.
In der zweiten Hälfte hat es mich aber wirklich gepackt und die Anspannung aller Figuren, die Dringlichkeit der Themen, ist auf mich herübergesprungen.

Am Ende bleibe ich mit der Frage sitzen: Wie viel sind wir bereit zu vertuschen, wenn es um unsere eigene Zukunft geht, und wann sind wir stark genug, uns nicht mehr von Männern kleinmachen zu lassen?