Macht, Medien & der Hunger nach Liebe
Der ehemalige Präsident Dan Lehman gewöhnt sich nur schwer daran, nicht mehr an der Macht zu sein: „In Wirklichkeit verlor nach dem Verlust der Macht alles andere an Bedeutung.“
Seit er vor einem Jahr den den Élysée-Palast verlassen hat, ist seine Ehe mit einer Schauspielerin besteht nur noch auf dem Papier bzw. wegen der gemeinsamen Tochter. Während seine Frau unerwartet die Rolle ihres Lebens spielt, kämpft Dan Lehmann mit seiner Alkoholsucht und einem Gerichtsverfahren. Der Film seiner Frau wird für die „Goldene Palme“ in Cannes nominiert. Während des Filmfestivals gerät alles aus den Fugen ...
„Der Erfolg ist ein trügerisches Glück, das schnell zur Last wird. Man überreicht es dir, du bedankst dich und glaubst, du hieltest die Chance deines Lebens in den Händen. Aber in Wirklichkeit - das weißt du nur noch nicht - entsteht um dich herum ein leerer Raum. Du wirst darunter leiden, aber beklagen darfst du dich nicht, das wäre unanständig. Jeder vergleicht sich mit dir und nimmt den Kontrast zu seinem eigenen Leben war, so fordert es die Gesellschaft.“
Die Darstellung von Macht und deren Auswirkungen, vom Einfluss der Medien auf Politiker*innen, Schauspieler*innen und andere Personen des öffentlichen Interesses ist hervorragend dargestellt. Das ist nicht meine Welt, aber ich konnte mich gut hieinversetzen in diese Lebensrealitäten.
„Man kann sich kaum vorstellen, wie brutal es ist, wenn das Privatleben überall zur Schau gestellt wird. Man wird bewertet, in seinem Aussehen, in seiner psychischen Verfassung, das persönliche Umfeld wird unter die Lupe genommen. Die Leute kommentieren in den sozialen Medien das Verhalten und die Worte anderer Menschen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie sich das auf die Betroffenen auswirkt - verheerend.“
"'Ein politisches Amt untergräbt die Sensibilität und die Empathie. Man geht kaputt daran. Zu viel Gewalt, zu viele Tiefschläge und Demütigungen. Du wirst so heftig angegriffen, dass die Abgebrühtheit zu einer Art Überlebensreflex wird. Entweder du legst dir einen Panzer zu oder du stirbst.'"
Ich habe schon mehrere Romane von Karine Tuil gelesen, ich mag ihre Art zu schreiben. Besonders ihr Buch „Menschliche Dinge“ hatte mir sehr gut gefallen.
Im direkten Vergleich empfand ich „Die Liebeshungrigen“ als etwas schwächer. Zwar überzeugt der vielschichte, kluge Roman durch eine fesselnde Handlung, verliert sich für mich jedoch zwischendurch etwas in Längen und konnte mich emotional nur bedingt abholen.
Aufgrund dieser kleinen Schwächen vergebe ich 4 von 5 Sternen.
Vielen Dank an den dtv Verlag & Vorablesen.de für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚
Seit er vor einem Jahr den den Élysée-Palast verlassen hat, ist seine Ehe mit einer Schauspielerin besteht nur noch auf dem Papier bzw. wegen der gemeinsamen Tochter. Während seine Frau unerwartet die Rolle ihres Lebens spielt, kämpft Dan Lehmann mit seiner Alkoholsucht und einem Gerichtsverfahren. Der Film seiner Frau wird für die „Goldene Palme“ in Cannes nominiert. Während des Filmfestivals gerät alles aus den Fugen ...
„Der Erfolg ist ein trügerisches Glück, das schnell zur Last wird. Man überreicht es dir, du bedankst dich und glaubst, du hieltest die Chance deines Lebens in den Händen. Aber in Wirklichkeit - das weißt du nur noch nicht - entsteht um dich herum ein leerer Raum. Du wirst darunter leiden, aber beklagen darfst du dich nicht, das wäre unanständig. Jeder vergleicht sich mit dir und nimmt den Kontrast zu seinem eigenen Leben war, so fordert es die Gesellschaft.“
Die Darstellung von Macht und deren Auswirkungen, vom Einfluss der Medien auf Politiker*innen, Schauspieler*innen und andere Personen des öffentlichen Interesses ist hervorragend dargestellt. Das ist nicht meine Welt, aber ich konnte mich gut hieinversetzen in diese Lebensrealitäten.
„Man kann sich kaum vorstellen, wie brutal es ist, wenn das Privatleben überall zur Schau gestellt wird. Man wird bewertet, in seinem Aussehen, in seiner psychischen Verfassung, das persönliche Umfeld wird unter die Lupe genommen. Die Leute kommentieren in den sozialen Medien das Verhalten und die Worte anderer Menschen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie sich das auf die Betroffenen auswirkt - verheerend.“
"'Ein politisches Amt untergräbt die Sensibilität und die Empathie. Man geht kaputt daran. Zu viel Gewalt, zu viele Tiefschläge und Demütigungen. Du wirst so heftig angegriffen, dass die Abgebrühtheit zu einer Art Überlebensreflex wird. Entweder du legst dir einen Panzer zu oder du stirbst.'"
Ich habe schon mehrere Romane von Karine Tuil gelesen, ich mag ihre Art zu schreiben. Besonders ihr Buch „Menschliche Dinge“ hatte mir sehr gut gefallen.
Im direkten Vergleich empfand ich „Die Liebeshungrigen“ als etwas schwächer. Zwar überzeugt der vielschichte, kluge Roman durch eine fesselnde Handlung, verliert sich für mich jedoch zwischendurch etwas in Längen und konnte mich emotional nur bedingt abholen.
Aufgrund dieser kleinen Schwächen vergebe ich 4 von 5 Sternen.
Vielen Dank an den dtv Verlag & Vorablesen.de für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚