Schachfiguren
Karine Tuil entführt ihre Leser in die ganz große Welt der Politik, des Geisteslebens und des Films, wobei ihre Erzählperspektive beständig zwischen den Repräsentanten dieser Sphären wechselt.
Wie wenig sie selbst der Tragfähigkeit dieser Konstruktion traut, wird deutlich, wenn sie sicherheitshalber die Kapitel mit ‚M‘ kennzeichnet, die den Blickwinkel der geschiedenen Ehefrau des abgehalfterten Politikers einnehmen. Die anderen Figuren hingegen, die zeitweise das Geschehen bestimmen, müssen für sich selbst einstehen, damit der Leser ihren Stellenwert einschätzen kann.
Dies geschieht, indem sie arg holzschnittartig gezeichnet werden. Im Vordergrund stehen der Ex-Politiker, der dem Alkohol verfällt, und seine Ex-Frau, deren schriftstellerischer Fokus sich auf die Frauenbewegung richtet.
Sodann gibt es noch die zweite Ehefrau, die ihre Filmkarriere am Laufen zu halten und gleichzeitig genügend Aufmerksamkeit für das behinderte gemeinsame Kind aufzubringen versucht, ein narzisstischer Regisseur, der wechselnde sexuelle Beziehungen zum weiblichen Personal des Romans unterhält, eine naive, doch unsagbar attraktive Schauspielerin, sodann die Tochter aus der ersten Ehe des Politikers, die der Ausstrahlung des Regisseurs ebenfalls verfällt.
Über weite Strecken dominiert also ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel den Plot, kontrastiert mit der Unfähigkeit des Politikers, den Machtverlust zu verkraften. Ist es also von der Autorin intendiert, ihre Charaktere auf bloße Schachfiguren zu reduzieren, die sich in abgezirkelten Bewegungen über das Brett bewegen? Ein Kaleidoskop der Probleme und Anliegen der Gegenwart dient als Treibstoff der Handlung, doch der Leser kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch diese rein schematisch ins Spiel eingefügt sind.
Wie wenig sie selbst der Tragfähigkeit dieser Konstruktion traut, wird deutlich, wenn sie sicherheitshalber die Kapitel mit ‚M‘ kennzeichnet, die den Blickwinkel der geschiedenen Ehefrau des abgehalfterten Politikers einnehmen. Die anderen Figuren hingegen, die zeitweise das Geschehen bestimmen, müssen für sich selbst einstehen, damit der Leser ihren Stellenwert einschätzen kann.
Dies geschieht, indem sie arg holzschnittartig gezeichnet werden. Im Vordergrund stehen der Ex-Politiker, der dem Alkohol verfällt, und seine Ex-Frau, deren schriftstellerischer Fokus sich auf die Frauenbewegung richtet.
Sodann gibt es noch die zweite Ehefrau, die ihre Filmkarriere am Laufen zu halten und gleichzeitig genügend Aufmerksamkeit für das behinderte gemeinsame Kind aufzubringen versucht, ein narzisstischer Regisseur, der wechselnde sexuelle Beziehungen zum weiblichen Personal des Romans unterhält, eine naive, doch unsagbar attraktive Schauspielerin, sodann die Tochter aus der ersten Ehe des Politikers, die der Ausstrahlung des Regisseurs ebenfalls verfällt.
Über weite Strecken dominiert also ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel den Plot, kontrastiert mit der Unfähigkeit des Politikers, den Machtverlust zu verkraften. Ist es also von der Autorin intendiert, ihre Charaktere auf bloße Schachfiguren zu reduzieren, die sich in abgezirkelten Bewegungen über das Brett bewegen? Ein Kaleidoskop der Probleme und Anliegen der Gegenwart dient als Treibstoff der Handlung, doch der Leser kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch diese rein schematisch ins Spiel eingefügt sind.