13. September 1858

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eschlbachia Avatar

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Schon lange hat mich kein Buch so fasziniert, wie diese Reise ins 19. Jahrhundert. Ausgangspunkt ist die historische Katastrophe: der Brand des Auswandererschiffs Austria am 13. September 1858, bei dem Henriette Wulff ums Leben kam. Wir verbringen einige Stunden mit Henriette Wulff, die sich nach Ausbruch eines Feuers auf eine Tür rettet und dort mit ihrem Lebensfreund Hans Christian Andersen in einen imaginären Dialog tritt.

Ich finde die Annäherung an die Sprache dieser Zeit sehr gelungen und das sanfte aufeinander Eingehen der beiden. Es ist ein Gespräch über ihre Beziehung, die im wirklichen Leben platonisch bleibt, nun aber eine neue Intensität erfährt.

In diesem fiktiven Austausch kreisen Andersen und Wulff um Nähe und Distanz, um (platonische) Liebe, Verlust, Kunst und Erinnerung.

Ein ungewöhnlicher, poetischer Roman, der historische Realität und literarische Fiktion kunstvoll verbindet.