Briefroman

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Die Liste der Lebenden – Stefan Kutzenberger
In einem Briefroman verarbeitet der Autor historisch gesicherte Ereignisse, wie den Untergang des Auswandererschiffes Austria.
Henriette "Jette" Wulff ist 1858 als Passagierin der Austria in Seenot geraten. Nackt und mit 57 Jahren auch nicht mehr ganz jung findet sie sich auf einer Tür mitten im Atlantik wieder und verfasst im Angesicht des sicheren Todes imaginäre Briefe an ihren langjährigen Vertrauten, den berühmten Dichter Hans Christian Andersen, der sich währenddessen in Kopenhagen noch in Unwissenheit befindet und reale Briefe an Jette schreibt. Wartend auf eine Adresse in Amerika legt er diese auf einen Stapel.
Im halb imaginären, hab realen Dialog zeigt sich nach und nach das Ausmaß und die wahre Tiefe dieser Beziehung, der beide Beteiligte nie eine Chance gegeben haben.
Sprachlich passt das Werk gut in die damalige Zeit. Wie auch der Stand der beiden ist auch die Ausdrucksweise eher gehoben, leicht antiquiert, beispielsweise sprechen sie einander mit Sie an.
Gerade an Jette auf ihrer Tür kommt man sehr nah heran. Sie wirkt authentisch, die Geschichte ist spannend und berührend.
Das war mal etwas ganz anderes und ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen.
4 Sterne.