Schönes leises Buch!

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yvonnelesenundso Avatar

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Ein Schiffbruch, der leise erzählt wird und genau darin seine Stärke hat.

Stefan Kutzenberger zeichnet in diesem Roman das Bild einer Frau, die zwischen Aufbruch und Verlust steht. Henriette Wulff verlässt ihr vertrautes Leben in Kopenhagen, doch ihre Reise endet nicht in Amerika, sondern in einer Katastrophe auf offener See. Was bleibt, sind Gedanken, Erinnerungen und imaginäre Briefe an Hans Christian Andersen.

Das Besondere: Dieses Buch drängt sich nicht auf. Es ist leise, fast zurückhaltend erzählt. Man braucht ein wenig, um hineinzufinden, um den Rhythmus und die Zwischentöne zu greifen. Aber genau darin liegt seine Wirkung. Die Beziehung zwischen Henriette und Andersen entfaltet sich nicht in großen Gesten, sondern in Andeutungen, in dem, was nie ausgesprochen wurde.

Stefan Kutzenberger schafft es, aus einer historischen Begebenheit eine sehr persönliche Geschichte zu machen. Über verpasste Chancen, Nähe auf Distanz und die Erkenntnis, die manchmal zu spät kommt.

Fazit: Kein lautes Buch, sondern eines, das nachhallt. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem ungewöhnlich schönen Leseerlebnis belohnt.