Hat mich direkt neugierig gemacht

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jenny87 Avatar

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Die Leseprobe von Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel hat mich direkt neugierig gemacht. Schon der Einstieg ist ungewöhnlich und sorgt sofort für Spannung: Eine Frau sitzt auf einer Polizeiwache, nachdem ein junger Mann durch ihre Hand gestorben ist. Alles deutet zunächst auf Notwehr hin – doch Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen hat sofort das Gefühl, dass die Geschichte nicht so einfach ist, wie sie scheint.
Besonders interessant finde ich Marlenes Fachgebiet. Sie beschäftigt sich mit Mikroexpressionen, also winzigen, oft unbewussten Veränderungen im Gesicht, die Hinweise auf Gefühle geben können. Dadurch bekommt der Thriller eine psychologische Ebene, die ich sehr spannend finde. Marlene versucht nicht einfach, Aussagen zu überprüfen – sie beobachtet genau, was ihr Gegenüber nicht sagt.
Und genau das macht die unbekannte Frau so faszinierend. Sie schweigt und scheint ihre Gefühle und Reaktionen unglaublich gut unter Kontrolle zu haben. Doch dann erfährt sie, wer Marlene ist – und für einen kurzen Moment huscht Angst über ihr Gesicht. Für mich war das einer der spannendsten Punkte der Leseprobe, weil plötzlich die Frage im Raum steht: Was weiß diese Frau? Und warum hat sie Angst vor Marlene?
Marlene gefällt mir als Hauptfigur sehr gut. Sie wirkt intelligent, selbstbewusst und ausgesprochen hartnäckig. Sie akzeptiert nicht einfach die naheliegendste Erklärung und möchte unbedingt herausfinden, was wirklich passiert ist. Gleichzeitig scheint ihre Fähigkeit, andere Menschen zu lesen, nicht nur eine Stärke zu sein. Je tiefer sie in den Fall hineingezogen wird, desto mehr könnte sie selbst Teil des Spiels werden.
Besonders spannend finde ich, dass die Grenzen zwischen Täterin und Opfer offenbar immer mehr verschwimmen. Genau dadurch wird man als Leser ständig zum Hinterfragen gebracht. Ist die Frau tatsächlich eine Täterin? Hat sie aus Notwehr gehandelt? Oder steckt hinter dem Todesfall eine Geschichte, von der bisher niemand etwas weiß?
Die Leseprobe baut dabei eine richtig gute Atmosphäre auf. Es ist keine Spannung, die ausschließlich durch Action entsteht. Vielmehr kommt sie durch Blicke, Schweigen, psychologische Duelle und die vielen offenen Fragen. Gerade diese ruhigere, unterschwellige Spannung gefällt mir sehr gut.
Auch die Idee, dass Marlene auf eigene Faust ermittelt, verspricht einiges. Denn sobald sie beginnt, tiefer zu graben, scheint sie auf ein großes Lügenkonstrukt zu stoßen. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob sie wirklich herausfinden kann, was passiert ist – oder ob sie sich damit selbst in Gefahr bringt.
Der Schreibstil der Leseprobe wirkt flüssig und spannend. Besonders gut gefällt mir, dass die Geschichte nicht sofort alle Geheimnisse preisgibt. Stattdessen bekommt man immer wieder kleine Hinweise, die neue Fragen aufwerfen. Dadurch entsteht dieses typische Gefühl: „Nur noch ein Kapitel!“
Sehr interessant finde ich außerdem das Thema Körpersprache. Gerade weil Marlene Expertin auf diesem Gebiet ist, fragt man sich beim Lesen automatisch selbst, ob man den Figuren ihre Worte glauben kann. Vielleicht sagt jemand die Wahrheit – aber sein Gesicht erzählt etwas völlig anderes. Oder vielleicht kann selbst Marlene nicht immer erkennen, was wirklich hinter einer Reaktion steckt.
Die Leseprobe von Die Lüge in ihrem Gesicht hat mich definitiv überzeugt. Die Mischung aus psychologischer Spannung, Mordfall, Geheimnissen, Lügen und einem ungewöhnlichen Ermittlungsansatz gefällt mir richtig gut.
Besonders Marlene Nielsen finde ich interessant. Ihre Fähigkeit, kleinste Veränderungen in der Mimik zu erkennen, macht sie zu einer außergewöhnlichen Ermittlerin. Gleichzeitig scheint genau diese Fähigkeit sie immer tiefer in einen Fall hineinzuziehen, bei dem nichts so eindeutig ist, wie es zunächst scheint.
Ich möchte unbedingt wissen, wer die unbekannte Frau wirklich ist, warum sie den jungen Mann getötet hat und weshalb sie ausgerechnet vor Marlene Angst bekommt.
Mein Fazit: Eine spannende und psychologisch interessante Leseprobe, die mit einem ungewöhnlichen Fall und zwei starken Frauenfiguren neugierig auf mehr macht. Hier scheint jeder eine Wahrheit zu haben – und vielleicht ist genau das Gefährliche daran, dass man irgendwann nicht mehr weiß, welcher man glauben kann.