Wenn ein Blick mehr verrät als tausend Worte

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uml801 Avatar

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Schon der Einstieg in Die Lüge in ihrem Gesicht hat mich direkt neugierig gemacht. Eine Frau sitzt auf einer Polizeiwache und schweigt. Sie hat einen jungen Mann getötet, doch alles deutet zunächst auf Notwehr hin. Für die Polizei scheint der Fall damit eigentlich ziemlich eindeutig zu sein. Für die Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen allerdings überhaupt nicht.

Marlene beschäftigt sich beruflich mit sogenannten Mikroexpressionen – winzigen, oft nur für einen kurzen Moment sichtbaren Veränderungen im Gesicht, die Gefühle verraten können. Und genau diese Fähigkeit macht die Begegnung mit der unbekannten Frau so interessant. Denn obwohl diese kaum etwas sagt und ihre Emotionen scheinbar perfekt unter Kontrolle hat, bemerkt Marlene einen kurzen Moment der Angst, als die Frau erfährt, mit wem sie es zu tun hat. Für mich war genau das der Punkt, an dem die Geschichte richtig Fahrt aufgenommen hat.

Denn plötzlich steht die Frage im Raum: Was verschweigt diese Frau? Warum hat sie einen Menschen getötet? Und wenn es tatsächlich Notwehr war, warum wirkt sie dann so, als würde sie unbedingt verhindern wollen, dass jemand hinter ihre Geschichte kommt?

Was ich an der Geschichte besonders spannend fand, ist das Zusammenspiel der beiden Frauen.