Gute Idee, aber der Funke fehlte

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Eine Frau sitzt auf einer Polizeiwache und schweigt. Ein junger Mann ist durch ihre Hand gestorben, alles deutet zunächst auf Notwehr hin. Doch Marlene Nielsen, Verhaltenspsychologin mit einem besonderen Gespür für Mikroexpressionen, merkt schnell, dass bei der Frau etwas nicht zusammenpasst. Sie erkennt Angst in einem Gesicht, das sich eigentlich nichts anmerken lassen will. Weil die Zeit drängt und die Beweise fehlen, beginnt Marlene selbst nachzuforschen und landet dabei in einem Geflecht aus Lügen, bei dem die Grenzen zwischen Opfer und Täter immer mehr verschwimmen.

Die Ausgangsidee fand ich durchaus interessant, gerade das Spiel mit Körpersprache, kleinen Gesichtsausdrücken und der Frage, ob man einem Menschen seine Wahrheit überhaupt ansehen kann. Nur hat mich die Geschichte leider lange nicht richtig gepackt. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich überhaupt das Gefühl hatte, wirklich in der Handlung angekommen zu sein. Dazu kamen Charaktere, mit denen ich mich eher schwergetan habe. Viele wirkten auf mich ziemlich distanziert oder unsympathisch, sodass mir der emotionale Zugang gefehlt hat. Auch manche Informationen und Gedankengänge kamen für mein Empfinden mehrfach vor. Dadurch hatte ich zwischendurch das Gefühl, auf der Stelle zu treten, obwohl die Geschichte eigentlich längst Fahrt aufnehmen sollte. Spannung war definitiv vorhanden, aber sie konnte bei mir nicht durchgehend gehalten werden. Gerade in der Mitte hat sie für mich deutlich nachgelassen. Mir fehlte dieses kleine Etwas, das mich dazu bringt, unbedingt noch ein Kapitel lesen zu wollen.

Am Ende bleiben für mich drei Sterne: keine schlechte Geschichte und mit einer interessanten Grundidee, aber leider eine, bei der bei mir der Funke nicht so richtig übergesprungen ist.