Interessante Protagonistin, vorhersehbare Story
Ich muss sagen, die ersten 50 Seiten fand ich wirklich grandios. Der Prolog und das hartnäckige Schweigen der Frau, die doch offensichtlich in Notwehr gehandelt hat, erzeugen direkt Spannung.
Auch die Einführung der sehr speziellen Protagonistin Marlene, die sicherlich für viele keine Sympathieträgerin ist, fand ich gelungen. Sie wirkt als Professorin in ihren Vorlesungen geradezu narzisstisch und sehr rigide in ihrer Obsession für die Wahrheit. Ich könnte mir vorstellen, dass viele LeserInnen das anders empfinden, aber für mich hat Marlene mit ihrer gesamten skurrilen Persönlichkeit und traumatischen Vergangenheit die große Stärke des Buches ausgemacht. Ihre eigenen Themen, ihre inneren Kämpfe und ihr Straucheln waren für mich tatsächlich spannender als der Krimi an sich.
Als Psychotherapeutin fand ich auch ihr Fachgebiet der Mikroexpressionen sehr interessant. Es wird deutlich, dass dieses Feld viel Raum für kontroverse Diskussionen bietet. Immer wieder wird man auch zu ethischen Überlegungen angeregt, wie z.B. der Frage, ob es "gute" Lügen gibt. Das hat mir gefallen.
Allerdings spielt Marlenes Kompetenz in diesem Bereich für mein Empfinden nur zu Beginn der Geschichte wirklich eine Rolle, danach rückt sie immer mehr in den Hintergrund. Das fand ich sehr schade und hatte ich mir anders vorgestellt.
Und auch die Spannung hat mir im weiteren Verlauf des Buches gefehlt. Das Tempo war langsam und die Story doch größtenteils vorhersehbar. Außerdem fand ich manche Handlungen und Schauplätze etwas konstruiert und klischeehaft. Ich wurde teilweise an einen leichten Fernsehkrimi erinnert, bei dem man nur den Kopf schütteln kann, wenn die Charaktere (allen voran Marlene) sich tatsächlich so leichtsinnig verhalten wie befürchtet.
Mein Fazit: Mir persönlich hat vor allem die sehr spezielle Protagonistin mit ihrem traumatischen Hintergrund gefallen und ebenso alles rund um das Thema "Lügen", wohingegen mir die Spannung größtenteils gefehlt hat. Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen, eher als ruhigen, vorhersehbaren Krimi mit Fokus auf den Charakteren.
Auch die Einführung der sehr speziellen Protagonistin Marlene, die sicherlich für viele keine Sympathieträgerin ist, fand ich gelungen. Sie wirkt als Professorin in ihren Vorlesungen geradezu narzisstisch und sehr rigide in ihrer Obsession für die Wahrheit. Ich könnte mir vorstellen, dass viele LeserInnen das anders empfinden, aber für mich hat Marlene mit ihrer gesamten skurrilen Persönlichkeit und traumatischen Vergangenheit die große Stärke des Buches ausgemacht. Ihre eigenen Themen, ihre inneren Kämpfe und ihr Straucheln waren für mich tatsächlich spannender als der Krimi an sich.
Als Psychotherapeutin fand ich auch ihr Fachgebiet der Mikroexpressionen sehr interessant. Es wird deutlich, dass dieses Feld viel Raum für kontroverse Diskussionen bietet. Immer wieder wird man auch zu ethischen Überlegungen angeregt, wie z.B. der Frage, ob es "gute" Lügen gibt. Das hat mir gefallen.
Allerdings spielt Marlenes Kompetenz in diesem Bereich für mein Empfinden nur zu Beginn der Geschichte wirklich eine Rolle, danach rückt sie immer mehr in den Hintergrund. Das fand ich sehr schade und hatte ich mir anders vorgestellt.
Und auch die Spannung hat mir im weiteren Verlauf des Buches gefehlt. Das Tempo war langsam und die Story doch größtenteils vorhersehbar. Außerdem fand ich manche Handlungen und Schauplätze etwas konstruiert und klischeehaft. Ich wurde teilweise an einen leichten Fernsehkrimi erinnert, bei dem man nur den Kopf schütteln kann, wenn die Charaktere (allen voran Marlene) sich tatsächlich so leichtsinnig verhalten wie befürchtet.
Mein Fazit: Mir persönlich hat vor allem die sehr spezielle Protagonistin mit ihrem traumatischen Hintergrund gefallen und ebenso alles rund um das Thema "Lügen", wohingegen mir die Spannung größtenteils gefehlt hat. Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen, eher als ruhigen, vorhersehbaren Krimi mit Fokus auf den Charakteren.