Spannend
Die Geschichte konnte mich fesseln und begeistern. Ich habe sie in einem Rutsch durchgehört.
Der Schreibstil ist leicht und temporeich insbesondere durch die kurzen Kapitel und unterschiedlichen Sichtweisen. Diesen dynamischen Fluss transportiert auch die Sprecherin Verena Wolfien hervorragend. Ihre Stimme passt für mich sehr gut zur Atmosphäre und sie schafft es, den Hörer in einem Rutsch durch die Geschichte zu tragen.
Die Geschichte wird überwiegend aus der Sichtweise der beiden Frauen erzählt. Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen waren so nachvollziehbar und ich konnte der Handlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln folgen. Gerade die Perspektiv Wechsel haben für mich gut funktioniert, weil sich dadurch ein immer vollständigeres Bild der Ereignisse ergibt und ich als Leser auch andere Sichtweisen und insbesondere andere Charaktere besser kennenlerne.
Die Handlung konnte mich fesseln, auch wenn sich mein Anfangsverdacht letztendlich bestätigte – war es spannend und faszinierend wie sich die Handlung immer mehr zuspitzte.
Besonders fesselnd die Interpretation sowie die Informationen in Bezug auf Mikroexpressionen. Es war faszinierend zu erfahren, wieviel erfahrene Fachleute aus Gestik und Mimik ihres Gegenüber herauslesen können – aber ebenso interessant waren die Grenzen dieser Methoden, denn auch wenn ein Gesicht Hinweise geben kann, bedeutet das nicht automatisch, dass man die Wahrheit kennt.
Hier passt für mich sehr gut der Gedanke: „Man sieht nur, was man weiß“. Unsere Wahrnehmung ist niemals völlig objektiv. Sie wird von unserem Vorwissen, unseren Erfahrungen und Erwartungen beeinflusst. Genau diese Frage zeugt sich für mich sehr passen durch die Geschichte. Was sehen wir tatsächlich und was glauben wir nur zu erkennen?
Überhaupt hat mir Marlenes Einstellung zu Wahrheit und Lüge viel Stoff zum Nachdenken gegeben, „Es gibt keine guten Lügen.“ Dieser Gedanke passt sehr gut zu ihrem kompromisslosen Verhältnis zur Wahrheit. Gleichzeitig ließ mich genau diese Haltung innehalten und führte mich zu Fragen wie: „Ist jede Wahrheit tatsächlich besser als eine Lüge? Darf man die Wahrheit um jeden Preis suchen? Wie ist es mit Wahrheiten zum Schutze anderer?“ „Gibt es eine Möglichkeit jede Wahrheit so zu vermitteln, dass sie keine Lüge darstellt?
Marlene ist für mich eine interessante, schwierige und durchaus polarisierende Protagonistin. Ihre Art machte sie nicht unbedingt sympathisch, gleichzeitig haben mich ihre Ansichten immer wieder zum Nachdenken gebracht. Hat sie mit ihrer Einstellung recht? Wenn ja, inwieweit bzw. wie die Wahrheit so erzählt werden kann, dass sie möglichst wenig schadet? Gibt es Grenzen?
Und genau hier lag für mich immer mehr die eigentliche Spannung des Thrillers. Natürlich wollte ich noch wissen, warum die Frau gelogen hat – und wie alles zusammenhängt. Aber für mich die viel spannendere Frage war Marlenes Umgang mit Wahrheit und Lüge und wie dies zu Reibungen führte. Sie ist Expertin darin, andere Menschen zu beobachten und kleinste Signale zu deuten. Gleichzeitig fällt es ihr schwer, nein es ist ihr sogar unmöglich Distanz zu wahren, sobald sie das Gefühl hat getäuscht zu werden. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, wer ihr gegenübersteht oder welche Beziehung sie zu dieser Person hat – die Lüge allein löst etwas in ihr aus, das sie nicht einfach hinnehmen kann.
Ihre Handlungen habe ich daher auf ihr Unvermögen Situationen, die mit einer Täuschung verbunden sind, rational zu behandeln zurückgeführt. Gerade diese Diskrepanz zwischen ihrer Fähigkeit andere aber auch sich selbst zu analysieren und sich trotzdem nicht emotional von einer Lüge distanzieren zu können, macht sie für mich zur interessantesten Figur der Geschichte.
Genau dieser Punkt machte den Thriller für mich so spannend. Nicht allein die Frage, was tatsächlich passiert ist, sondern vor allem was die Suche nach der Wahrheit mit Marlene macht und wie weit sie dafür zu gehen bereit ist.
Ihre Handlungen bzw insbesondere ein Drama haben mich dann vollkommen zwiegespalten zurückgelassen. Ich habe verstanden, warum es gezeigt wurde – war mir aber dennoch zu viel, es nahm ein Stück weit Spannung aus dem eigentlichen Fall, verdeutlichte aber Marlenes Charakter.
Gleichzeitig stellt der Roman dabei auch noch eine andere moralische Frage: Jeder Mensch braucht Prinzipien im Leben, etwas wofür man einsteht. Marlene möchte Unrecht nicht einfach hinnehmen und wegsehen. Der Gedanke „Wer Unrecht sieht und schweigt, gibt ihm Macht. Nur wer handelt, kann es zerstören.“ passt deshalb gut zu ihrer Haltung. Gleichzeitig fragte ich mich, wann wird aus Zivilcourage Selbstüberschätzung? Heiligt der Zweck alle Mittel?
Die Spannung entsteht weniger durch klassische Action als durch Manipulation, Geheimnissen, Wahrnehmung und ein immer intensiver werdendes Katz-und-Maus-Spiel. Auch wenn sich mein Anfangsverdacht letztendlich bestätigt hat, blieb die Entwicklung für mich spannend.
Allerdings verändert sich der Charakter des Thrillers für mich im Verlauf. Die Suche nach der Wahrheit begann für mich als psychologisch interessanter Thriller und entwickelte sich für mich zunehmend zu einer Art Fallstudie, in der Wahrheit und Lüge in den unterschiedlichsten Ausprägungen und Konstellationen betrachtet werden.
Dabei geht es nicht nur um die Frage, wer in einem konkreten Fall die Wahrheit sagt. Der Roman zeigt auch, wie unterschiedlich Lügen wirken können, je nachdem gegenüber wem sie ausgesprochen werden und wie schwierig es ist mit einer Wahrheit umzugehen, wenn zwar jemand von ihr weiß, aber die Beweise fehlen. Es stellt sich die Frage, wem geglaubt wird, wie viel Wahrheit in Aufnahmen tatsächlich steckt und welchen Preis es haben kann, die Wahrheit auszusprechen oder eine Lüge aufrecht zu erhalten.
Gerade diese verschiedenen Ebenen haben die Geschichte für mich interessant gemacht. Die Themen Wahrheit und Lüge werden nicht nur als Gegensätze behandelt, sondern ihre unterschiedlichen Konsequenzen und Grauzonen beleuchtet. Dadurch entstand für mich eine zusätzliche Spannung, die über den eigentlichen Fall hinausging.
Auch optisch ist das Buch ein Hingucker. Das kräftige rote Cover mit der weißen Schrift fällt sofort ins Auge. Besonders interessant finde ich das abgeschnittene, sich abwendende Gesicht mit den wehenden Haaren. Ein Gesicht, das sich dem Blick entzieht.
Fazit:
Die Lüge in ihrem Gesicht ist für mich ein thematisch interessanter Thriller, bei dem mich insbesondere die Mikroexpressionen sowie die Verbindung von Wahrnehmung, Wahrheit und moralischer Verantwortung.
Eine spannende Lektüre für alle, die sich gerne fragen: „Wie sicher können wir uns eigentlich sein, die Wahrheit zu erkennen?
Der Schreibstil ist leicht und temporeich insbesondere durch die kurzen Kapitel und unterschiedlichen Sichtweisen. Diesen dynamischen Fluss transportiert auch die Sprecherin Verena Wolfien hervorragend. Ihre Stimme passt für mich sehr gut zur Atmosphäre und sie schafft es, den Hörer in einem Rutsch durch die Geschichte zu tragen.
Die Geschichte wird überwiegend aus der Sichtweise der beiden Frauen erzählt. Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen waren so nachvollziehbar und ich konnte der Handlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln folgen. Gerade die Perspektiv Wechsel haben für mich gut funktioniert, weil sich dadurch ein immer vollständigeres Bild der Ereignisse ergibt und ich als Leser auch andere Sichtweisen und insbesondere andere Charaktere besser kennenlerne.
Die Handlung konnte mich fesseln, auch wenn sich mein Anfangsverdacht letztendlich bestätigte – war es spannend und faszinierend wie sich die Handlung immer mehr zuspitzte.
Besonders fesselnd die Interpretation sowie die Informationen in Bezug auf Mikroexpressionen. Es war faszinierend zu erfahren, wieviel erfahrene Fachleute aus Gestik und Mimik ihres Gegenüber herauslesen können – aber ebenso interessant waren die Grenzen dieser Methoden, denn auch wenn ein Gesicht Hinweise geben kann, bedeutet das nicht automatisch, dass man die Wahrheit kennt.
Hier passt für mich sehr gut der Gedanke: „Man sieht nur, was man weiß“. Unsere Wahrnehmung ist niemals völlig objektiv. Sie wird von unserem Vorwissen, unseren Erfahrungen und Erwartungen beeinflusst. Genau diese Frage zeugt sich für mich sehr passen durch die Geschichte. Was sehen wir tatsächlich und was glauben wir nur zu erkennen?
Überhaupt hat mir Marlenes Einstellung zu Wahrheit und Lüge viel Stoff zum Nachdenken gegeben, „Es gibt keine guten Lügen.“ Dieser Gedanke passt sehr gut zu ihrem kompromisslosen Verhältnis zur Wahrheit. Gleichzeitig ließ mich genau diese Haltung innehalten und führte mich zu Fragen wie: „Ist jede Wahrheit tatsächlich besser als eine Lüge? Darf man die Wahrheit um jeden Preis suchen? Wie ist es mit Wahrheiten zum Schutze anderer?“ „Gibt es eine Möglichkeit jede Wahrheit so zu vermitteln, dass sie keine Lüge darstellt?
Marlene ist für mich eine interessante, schwierige und durchaus polarisierende Protagonistin. Ihre Art machte sie nicht unbedingt sympathisch, gleichzeitig haben mich ihre Ansichten immer wieder zum Nachdenken gebracht. Hat sie mit ihrer Einstellung recht? Wenn ja, inwieweit bzw. wie die Wahrheit so erzählt werden kann, dass sie möglichst wenig schadet? Gibt es Grenzen?
Und genau hier lag für mich immer mehr die eigentliche Spannung des Thrillers. Natürlich wollte ich noch wissen, warum die Frau gelogen hat – und wie alles zusammenhängt. Aber für mich die viel spannendere Frage war Marlenes Umgang mit Wahrheit und Lüge und wie dies zu Reibungen führte. Sie ist Expertin darin, andere Menschen zu beobachten und kleinste Signale zu deuten. Gleichzeitig fällt es ihr schwer, nein es ist ihr sogar unmöglich Distanz zu wahren, sobald sie das Gefühl hat getäuscht zu werden. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, wer ihr gegenübersteht oder welche Beziehung sie zu dieser Person hat – die Lüge allein löst etwas in ihr aus, das sie nicht einfach hinnehmen kann.
Ihre Handlungen habe ich daher auf ihr Unvermögen Situationen, die mit einer Täuschung verbunden sind, rational zu behandeln zurückgeführt. Gerade diese Diskrepanz zwischen ihrer Fähigkeit andere aber auch sich selbst zu analysieren und sich trotzdem nicht emotional von einer Lüge distanzieren zu können, macht sie für mich zur interessantesten Figur der Geschichte.
Genau dieser Punkt machte den Thriller für mich so spannend. Nicht allein die Frage, was tatsächlich passiert ist, sondern vor allem was die Suche nach der Wahrheit mit Marlene macht und wie weit sie dafür zu gehen bereit ist.
Ihre Handlungen bzw insbesondere ein Drama haben mich dann vollkommen zwiegespalten zurückgelassen. Ich habe verstanden, warum es gezeigt wurde – war mir aber dennoch zu viel, es nahm ein Stück weit Spannung aus dem eigentlichen Fall, verdeutlichte aber Marlenes Charakter.
Gleichzeitig stellt der Roman dabei auch noch eine andere moralische Frage: Jeder Mensch braucht Prinzipien im Leben, etwas wofür man einsteht. Marlene möchte Unrecht nicht einfach hinnehmen und wegsehen. Der Gedanke „Wer Unrecht sieht und schweigt, gibt ihm Macht. Nur wer handelt, kann es zerstören.“ passt deshalb gut zu ihrer Haltung. Gleichzeitig fragte ich mich, wann wird aus Zivilcourage Selbstüberschätzung? Heiligt der Zweck alle Mittel?
Die Spannung entsteht weniger durch klassische Action als durch Manipulation, Geheimnissen, Wahrnehmung und ein immer intensiver werdendes Katz-und-Maus-Spiel. Auch wenn sich mein Anfangsverdacht letztendlich bestätigt hat, blieb die Entwicklung für mich spannend.
Allerdings verändert sich der Charakter des Thrillers für mich im Verlauf. Die Suche nach der Wahrheit begann für mich als psychologisch interessanter Thriller und entwickelte sich für mich zunehmend zu einer Art Fallstudie, in der Wahrheit und Lüge in den unterschiedlichsten Ausprägungen und Konstellationen betrachtet werden.
Dabei geht es nicht nur um die Frage, wer in einem konkreten Fall die Wahrheit sagt. Der Roman zeigt auch, wie unterschiedlich Lügen wirken können, je nachdem gegenüber wem sie ausgesprochen werden und wie schwierig es ist mit einer Wahrheit umzugehen, wenn zwar jemand von ihr weiß, aber die Beweise fehlen. Es stellt sich die Frage, wem geglaubt wird, wie viel Wahrheit in Aufnahmen tatsächlich steckt und welchen Preis es haben kann, die Wahrheit auszusprechen oder eine Lüge aufrecht zu erhalten.
Gerade diese verschiedenen Ebenen haben die Geschichte für mich interessant gemacht. Die Themen Wahrheit und Lüge werden nicht nur als Gegensätze behandelt, sondern ihre unterschiedlichen Konsequenzen und Grauzonen beleuchtet. Dadurch entstand für mich eine zusätzliche Spannung, die über den eigentlichen Fall hinausging.
Auch optisch ist das Buch ein Hingucker. Das kräftige rote Cover mit der weißen Schrift fällt sofort ins Auge. Besonders interessant finde ich das abgeschnittene, sich abwendende Gesicht mit den wehenden Haaren. Ein Gesicht, das sich dem Blick entzieht.
Fazit:
Die Lüge in ihrem Gesicht ist für mich ein thematisch interessanter Thriller, bei dem mich insbesondere die Mikroexpressionen sowie die Verbindung von Wahrnehmung, Wahrheit und moralischer Verantwortung.
Eine spannende Lektüre für alle, die sich gerne fragen: „Wie sicher können wir uns eigentlich sein, die Wahrheit zu erkennen?