Spannende Thematik - leider zu vorhersehbar

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Ich habe das Buch "Die Lüge in ihrem Gesicht" von Anne Keßel gelesen. Der Thriller ist frisch im Ullstein Verlag erschienen.

Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die sich in Polizeigewahrsam befindet und beharrlich schweigt. Weder die Polizei noch andere beteiligte Professionen kommen wirklich an sie heran. Deshalb wird die Psychologie-Professorin Marlene Nielsen hinzugezogen. Sie ist Expertin für Mikroexpressionen – kleinste, oft unbewusste Veränderungen in Mimik und Gesichtsausdruck, die Hinweise auf Gefühle oder innere Reaktionen geben können. Und tatsächlich erfährt Marlene durch die Beobachtung der jungen Frau mehr, als zunächst zu erwarten ist. Damit wird einiges ins Rollen gebracht.

Die Thematik rund um Mikroexpressionen fand ich unglaublich spannend. Genau dieser Aspekt hat mich an dem Buch besonders interessiert und für mich auch einen großen Reiz der Geschichte ausgemacht. Die Story an sich ist gut gewählt und hat definitiv Potenzial.

Auch positiv: Der Thriller ist zum Glück nicht besonders blutig und kommt weitgehend ohne übertriebene Psycho-Spielchen aus. Die Sprache ist sehr leicht und flüssig, sodass sich das Buch schnell lesen lässt.

Allerdings hatte ich leider ein großes Problem mit der Spannung: Für mich war die Geschichte viel zu früh vorhersehbar. Ich hatte relativ schnell das Gefühl zu wissen, in welche Richtung sich alles entwickeln wird. Dadurch wurde leider einiges an Spannung genommen, denn gerade bei einem Thriller möchte ich natürlich gerne länger im Ungewissen bleiben.