Starkes Thema, schwache Charakterumsetzung
Für diesen Thriller hat die Autorin sich ein faszinierendes Thema ausgesucht: Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen hat sich auf Mikroexpressionen spezialisiert, unbewusste Reaktionen, anhand derer sich u. a. Lügen erkennen lassen, wenn auch ohne Hinweise darauf, warum jemand lügt. Ihr Ex-Partner ist Polizist auf dem Hamburger Kiez und bittet sie in einem Fall um inoffizielle Unterstützung: Während eines nächtlichen Übergriffes hat eine Frau ihren Angreifer tödlich verletzt. Ein Video bestätigt: es war Notwehr. Doch warum spricht diese Frau kein einziges Wort, zeigt keine Reaktion auf Kommunikationsversuche?
Der Thriller spielt grenzübergreifend zwischen Hamburg und Dänemark, die tiefliegenden Hintergründe sind gut verborgen und werden erst dank Marlene aufgedeckt. Dieser Teil der Story hat mir sehr gut gefallen, da ein derartiger Verlauf zunächst nicht zu erkennen ist. Weniger gefiel mir dieser Fanatismus, mit welchem sich Marlene in diesen Fall gestürzt haben soll. Als Frau der Wissenschaft (sie hat einen Prof. Dr. Titel samt Lehrstuhl an der Uni) begibt sie sich regelrecht auf einen Kreuzzug der Wahrheitsfindung, nur weil sie bei einer schweigenden Fremden etwas zu erkennen meint. Vielleicht wäre das an sich noch vernachlässigbar, nur leider hat die Autorin on top noch ein Überdrama gesetzt, welches mir Marlenes Charakter vollends ruinierte: Ausgerechnet an den paar Tagen, an denen ihr Ex sie um Hilfe bittet, ist ein wichtiges berufliches Event, so dass Marlene vor der Entscheidung steht, ihren Wahrheits-Kreuzzug weiter zu verfolgen (welcher sie persönlich nicht im geringsten betrifft!) und dafür ihre hart erarbeitete berufliche Karriere vollends in die Tonne zu treten. Ehrlich: das Ganze hätte auch ohne dieses Überdrama noch bestens funktioniert, wäre vermutlich sogar noch glaubwürdiger gewesen. So kamen mir Marlenes Entscheidungen fast schon lächerlich und überhaupt nicht zum Charakter passend vor. So schade. Wobei ich sagen muss, auch ihr Ex hat sich einige Male Marlene gegenüber fragwürdig verhalten.
Thematisch interessant mit einem komplexen Kriminalfall, leider mit einem inkonsequent gestalteten Hauptcharakter sowie unnötig Überdrama.
Der Thriller spielt grenzübergreifend zwischen Hamburg und Dänemark, die tiefliegenden Hintergründe sind gut verborgen und werden erst dank Marlene aufgedeckt. Dieser Teil der Story hat mir sehr gut gefallen, da ein derartiger Verlauf zunächst nicht zu erkennen ist. Weniger gefiel mir dieser Fanatismus, mit welchem sich Marlene in diesen Fall gestürzt haben soll. Als Frau der Wissenschaft (sie hat einen Prof. Dr. Titel samt Lehrstuhl an der Uni) begibt sie sich regelrecht auf einen Kreuzzug der Wahrheitsfindung, nur weil sie bei einer schweigenden Fremden etwas zu erkennen meint. Vielleicht wäre das an sich noch vernachlässigbar, nur leider hat die Autorin on top noch ein Überdrama gesetzt, welches mir Marlenes Charakter vollends ruinierte: Ausgerechnet an den paar Tagen, an denen ihr Ex sie um Hilfe bittet, ist ein wichtiges berufliches Event, so dass Marlene vor der Entscheidung steht, ihren Wahrheits-Kreuzzug weiter zu verfolgen (welcher sie persönlich nicht im geringsten betrifft!) und dafür ihre hart erarbeitete berufliche Karriere vollends in die Tonne zu treten. Ehrlich: das Ganze hätte auch ohne dieses Überdrama noch bestens funktioniert, wäre vermutlich sogar noch glaubwürdiger gewesen. So kamen mir Marlenes Entscheidungen fast schon lächerlich und überhaupt nicht zum Charakter passend vor. So schade. Wobei ich sagen muss, auch ihr Ex hat sich einige Male Marlene gegenüber fragwürdig verhalten.
Thematisch interessant mit einem komplexen Kriminalfall, leider mit einem inkonsequent gestalteten Hauptcharakter sowie unnötig Überdrama.