Wenn ein Gesicht mehr verrät als Worte

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laternenschein Avatar

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Marlene Nielsen, eine gefeierte Verhaltenspsychologin und Expertin für Mikroexpressionen, wird von ihrem alten Bekannten Deniz Kurt hinzugezogen, als dieser vor der schwierigen Situation steht, die Identität einer unbekannten Frau zu ermitteln, die schweigt. Fasziniert von der Identitätslosen beginnt Marlene, die Wahrheit Schicht für Schicht zu enthüllen, und bringt sich damit selbst in Gefahr.

Anne Keßel versteht es, ihre Figuren zu konstruieren und ihnen eine interessante Vergangenheit zu geben. Selbst hatte ich zuvor noch nie von Mikroexpressionen gehört und fand vor allem die ersten Kapitel sehr spannend, in denen Professor Nielsen die Grundzüge dieses Bereichs der Psychologie erklärt. Zudem fand ich es großartig, dass sich Marlene Nielsen nicht immer an die Vorgaben der Polizei gehalten hat, sondern ihren eigenen Weg gegangen ist und dabei nicht immer wohlüberlegt gehandelt hat. Persönlich finde ich einen fehlbaren und nahbaren Hauptcharakter immer besser als einen, der immer nur das Richtige macht.

Gleichzeitig hat Anne Keßel es geschafft, einen schlüssigen Krimi zu konstruieren, der nie langweilig wurde und dessen Ende erst einige Seiten vor der Auflösung absehbar wurde, als sich die Hinweise darauf verdichteten, warum die Figuren so gehandelt haben.

Der Schreibstil war ebenfalls angenehm und flüssig zu lesen. Ich mochte auch das Cover sowie den schwarzen Farbschnitt. Beides passte gut zum Buch und rundete für mich das Leseerlebnis ab.

Alles in allem kann ich das Buch weiterempfehlen und zwar nicht nur Krimifans, sondern auch Psychologiefans, denn man darf dabei so einiges lernen.