Hufgeklapper aus dem Märchenreich

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blueberry87 Avatar

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In „Die Märchenponys – Schneewittchen hat jetzt vier Hufe“ beginnt das Abenteuer weit weg von unserer Welt, im magischen Märchenreich. Doch dort herrscht Aufregung: Eine gute Fee schickt sieben bekannte Märchenfiguren – darunter die sanftmütige Schneewittchen, den optimistischen Hans im Glück und die verträumte Dornröschen – auf eine ganz besondere Mission in die Menschenwelt. Der Haken an der Sache? Sie reisen nicht als Prinzessinnen oder Glückspilze, sondern wurden in Ponys verwandelt.

Ihr Ziel ist ein ganz normaler Reiterhof, auf dem sie lernen sollen, was wahre Hilfsbereitschaft bedeutet. Die Rückkehr in ihre Heimat ist an eine Bedingung geknüpft: Erst wenn die sieben Märchenponys gemeinsam sieben gute Taten vollbracht haben, dürfen sie den Zauber lösen und zurückkehren. Auf dem Hof angekommen, müssen sie sich erst einmal an ihr neues Leben mit Mähne, Schweif und Hufen gewöhnen, was für einige lustige und magische Momente sorgt.

Schnell schließen die magischen Vierbeiner Freundschaft mit dem Mädchen Jonna, die ein besonderes Gespür für Tiere hat und ahnt, dass mit diesen neuen Ponys etwas ganz und gar nicht gewöhnlich ist. Die erste große Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten, als Jonnas Freundin Mila in eine schwierige Lage gerät und dringend Unterstützung braucht. Jetzt ist Teamgeist gefragt: Schneewittchen übernimmt die Initiative und schmiedet einen „ponystarken“ Plan, um ihre erste gute Tat zu vollbringen. Dabei zeigt sich, dass man auch ohne Krone, aber mit viel Herz und vier Hufen, über sich hinauswachsen kann.

Besonders gelungen ist die Interaktion zwischen der magischen Pony-Truppe und dem Mädchen Jonna. Während die Erwachsenen auf dem Reiterhof lediglich „neue Ponys“ sehen, spürt Jonna sofort, dass diese Tiere ein Geheimnis hüten. Diese Verbindung zwischen Mensch und Tier wird von Nadine Schreiber sehr einfühlsam beschrieben und spiegelt die Sehnsucht vieler junger Leser wider, eine tiefere, fast magische Ebene zu ihren vierbeinigen Freunden zu finden.

Der Schreibstil ist lebendig und kindgerecht, wobei die Autorin es versteht, die individuellen Persönlichkeiten der Märchenfiguren auch in ihrer Pony-Gestalt beizubehalten. Wenn Schneewittchen schließlich einen „ponystarken“ Plan schmiedet, um Jonnas Freundin Mila aus der Klemme zu helfen, zeigt sich die Kernbotschaft des Buches: Wahre Heldenhaftigkeit braucht keine Krone, sondern Mut und gute Freunde an seiner Seite. Die Geschichte sprüht vor kleinen Wundern und sorgt durch die Missgeschicke der verwandelten Märchenfiguren für reichlich Lesespaß.

Zusammenfassend ist „Schneewittchen hat jetzt vier Hufe“ ein gelungener Serienstart, der nicht nur Pferdenärrinnen und -narren begeistert, sondern alle anspricht, die Märchen mit einem modernen Twist lieben. Es ist ein Buch über Freundschaft, das Überwinden von Grenzen und die Magie, die oft direkt vor unserer Nase – oder eben im heimischen Reitstall – zu finden ist.