Tolle Buchidee

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julisback Avatar

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Den Klappentext habe ich zwar gelesen, aber nicht mehr richtig im Kopf gehabt. Deshalb war ich am Anfang etwas irritiert, als Figuren wie Schneewittchen, der Froschkönig oder Dornröschen plötzlich als echte Märchenfiguren auftauchten, die dann von einer Fee in Ponys verwandelt wurden. Ich war zunächst davon ausgegangen, dass es einfach um Ponys auf einem Reiterhof geht, die zufällig solche Namen tragen.

Meine Tochter war am Anfang genauso verwirrt und wusste nicht so recht, wie sie das einordnen soll. Hier hätte ich mir gewünscht, dass es zu Beginn noch eine kleine Erklärung oder Einführung gibt. Aber vielleicht ist das auch einfach mein persönliches Empfinden.

Sobald die Ponys dann auf dem Hof angekommen sind, beginnt für alle erst einmal eine Eingewöhnungsphase: Die Ponys müssen sich zurechtfinden und die Menschen sich an die neuen Tiere gewöhnen. Diese Begegnungen mit den anderen Tieren auf dem Hof sind wirklich schön beschrieben. Es wird nicht einfach nur erwähnt, dass es zum Beispiel Alpakas gibt, sondern man bekommt auch ein Gefühl für deren Charakter. Das macht die Welt lebendig.

Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten. Das ist besonders schön zum Vorlesen – man kann gut sagen: „Ein oder zwei Kapitel noch, dann ist Schluss.“ Aber auch für Kinder, die selbst lesen, ist das ideal.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Illustrationen. Gleich am Anfang gibt es eine Karte vom Hof sowie eine Doppelseite mit der Familie und allen Tieren inklusive Namen. Das hilft bei der Orientierung und macht alles greifbarer. Dass die Bilder in Schwarz-Weiß gehalten sind, passt völlig.

Etwa ab der Hälfte des Buches rückt Mila mehr in den Mittelpunkt. Sie hat Angst vor dem Reiten, muss aber ein Referat darüber halten. Hier wird schön gezeigt, was Angst mit einem machen kann – aber auch, wie Unterstützung aussehen kann. Besonders Schneewittchen versucht, Mila zu helfen, was ich sehr berührend fand.

Die Ponys geraten immer wieder in ungewöhnliche und auch lustige Situationen, was die Geschichte auflockert. Ein Highlight war für mich die Szene am Lagerfeuer, bei der alle zusammen Gruselgeschichten erzählen und die Tiere „zuhören“. Wer selbst Tiere hat, kennt dieses Gefühl – als würden sie alles verstehen.

Nach und nach entdecken die Ponys ihre besonderen Fähigkeiten und lernen, diese einzusetzen. Auch dabei entstehen immer wieder witzige und spannende Momente.

Die Dialoge sind oft humorvoll und die verschiedenen Charaktere – sowohl bei den Ponys als auch bei den anderen Tieren – kommen gut zur Geltung. Man erkennt schnell, wer eher gemütlich, verfressen oder hilfsbereit ist.

Das Buch wird ab 8 Jahren empfohlen, und ich finde, das passt auch gut.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Es wirkt wie eine Einführung in die Reihe mit einer ersten, kleineren Geschichte rund um Mila. Ich bin gespannt auf den nächsten Band – ich denke, da wird es dann noch etwas spannender.