Auf den Spuren in Neuseeland

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belli4charlotte Avatar

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Cover:

Das Cover fängt sofort den zarten, emotionalen Kern der Geschichte ein. Die Magnolien am Rand und im Buchschnitt wirken nicht nur ästhetisch, sondern symbolisieren auch Magnolias Suche nach ihren familiären Wurzeln. Der wunderschön gestaltete Buchschnitt ist ein echter Blickfang und macht das Buch zu einem kleinen Schmuckstück im Regal.

Inhalt:

Im vierten Band der Blumentöchter-Reihe begleitet man Magnolia auf eine Reise, die weit mehr ist als ein Roadtrip durch Neuseeland. Sie folgt den spärlichen Hinweisen zur Herkunft ihrer Mutter, deren Depressionen wie ein Schatten über der Familie liegen. Die Hoffnung, Antworten zu finden, treibt Magnolia an – und führt sie zu einem lange verborgenen Familiengeheimnis.

Die Geschichte wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, was der Autorin erneut hervorragend gelingt. Die Kapitel fügen sich harmonisch zusammen, ohne dass man den Faden verliert. Besonders eindrucksvoll sind die lebendigen Landschaftsbeschreibungen Neuseelands – man spürt förmlich den Wind der Südinsel und riecht die schwefelhaltige Luft Rotoruas. Gleichzeitig fließen Themen wie Umwelt- und Artenschutz sensibel in die Handlung ein.

Wie in den Vorgängerbänden tauchen mysteriöse Dokumente auf, die Magnolia auf ihre Spurensuche schicken. Die Struktur ist vertraut, fast schon vorhersehbar – aber gerade das macht den Roman zu einem warmen, verlässlichen Wohlfühlbuch.

Meinung:

Tessa Collins versteht es, Emotionen feinfühlig einzufangen und authentische Charaktere zu zeichnen. Magnolia jedoch hat mich zwiegespalten zurückgelassen: Ihre kompromisslose, teilweise belehrende Art erschwert anfangs den Zugang zu ihr. Erst im Verlauf der Geschichte öffnet sie sich, wirkt weicher und nahbarer – ein Wandel, der gut tut.

Die Darstellung der Depression ihrer Mutter bleibt dagegen etwas oberflächlich und hätte mehr Tiefe verdient. Auch die Rolle von Granny wirft Fragen auf: Warum versteckt sie lebensverändernde Dokumente, die so viel Leid hätten verhindern können? Diese Unklarheit begleitet einen durch die Reihe und weckt die Hoffnung auf Antworten im finalen Band.

Trotz kleiner Schwächen überzeugt der Roman durch Atmosphäre, Gefühl und die eindrucksvolle Authentizität der beschriebenen Orte – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Autorin sie selbst bereist hat.

Fazit:

„Die Magnolientochter“ ist ein emotionaler, bildgewaltiger Roman, der mit einer Mischung aus Familiengeheimnis, Selbstfindung und atemberaubenden Landschaften begeistert. Auch wenn nicht alle Charaktere sofort ans Herz wachsen und manche Themen etwas zu leicht behandelt werden, bleibt die Geschichte fesselnd und berührend.

Ein empfehlenswerter Band für alle, die die Reihe lieben – und ein schöner Einstieg für Neuleser, denn das Buch lässt sich problemlos unabhängig lesen. 4 von 5 Sternen – ein gefühlvoller Roman, der nachhallt und Lust auf den finalen Teil macht.