Das Erbe von Rubha Clachan

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katjaausfreiburg Avatar

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Einst standen vier große Steine, die "Sisters of Skara", auf in Rubha Clachan, einer abgelegenen schottischen Landzunge. Der Legende nach wurden sie vor Jahrtausenden von einem Vater errichtet, dessen vier Töchter verschleppt worden waren. Die Steine sollten ihnen den Weg nach Hause weisen. Gleichzeitig entstand ein Fluch. Wer die Steine niederreißt, so soll dessen Familie für immer auseinander gerissen werden.

Dieser alte Fluch scheint sich zu bewahrheiten, als Jahrhunderte später Charles Blackmore die Steine umwerfen lässt, weil sie seine Aussicht auf das Meer beeinträchtigen. Ab da an scheint die Familie vom Unglück verfolgt. Der Vater verliert viel Geld und tröstet sich mit Alkohol. Nach dem Tod ihrer Mutter macht sich seine älteste Tochter Iris im Jahr 1931 auf den Weg nach Ceylon, um Hilfe bei einem Verwandten zu suchen.

Parallel dazu wagt in der Gegenwart die Australierin Roz nach dem grausamen Mord an ihrer Mutter einen Neuanfang und reist nach Europa. In London entdeckt sie ein Gemälde einer schottischen Küste, das in ihr eine unerklärliche Vertrautheit auslöst. Gemeinsam mit dem Anwalt Finn beginnt sie, den Geheimnissen ihrer Herkunft nachzugehen.

Besonders gut gefallen hat mir die Erzählweise auf zwei Zeitebenen. Die Vergangenheit mit Iris in Schottland und die Gegenwart mit Roz wechseln sich regelmäßig ab. Oft ist bei solchen Romanen eine der beiden Geschichten stärker als die andere. Hier war das für mich überhaupt nicht der Fall. Beide Handlungsstränge waren gleichermaßen spannend und haben mich durchgehend neugierig gemacht. Hinzu kommt die Perspektive von Finn, die zusätzliche Einblicke liefert und weitere Verbindungen sichtbar macht.

Nach und nach werden die einzelnen Puzzleteile zusammengesetzt. Dabei bleibt die Spannung von Anfang bis Ende erhalten

Ich konnte mich mit sowohl mit Iris als auch mit Roz identifizieren und ihre Gedanken, Hoffnungen und Sorgen gut nachvollziehen. Beide Frauen wirken lebendig und glaubwürdig. Ich habe mit ihnen schöne Momente erlebt, ihre Verluste gespürt und mit ihnen gehofft, dass sich die vielen offenen Fragen am Ende beantworten lassen.

Die Landschaftsbeschreibungen sind so anschaulich, dass ich sie beim Lesen deutlich vor Augen hatte. Ob die raue Küste Schottlands, die Straßen Londons, Australien oder die Eindrücke aus Ceylon, jeder Ort erhält seine eigene Atmosphäre.

Neben den Familiengeheimnissen spielen auch Liebe, Verlust, Mut und die Suche nach den eigenen Wurzeln eine wichtige Rolle. All diese Elemente greifen stimmig ineinander und ergeben eine Geschichte, die spannend, emotional und zugleich sehr atmosphärisch erzählt wird.

"Die Meerglas-Schwestern" ist für mich ein rundum gelungener Auftakt dieser Saga. Die verschiedenen Zeitebenen ergänzen sich perfekt, die Figuren wachsen einem ans Herz und die Familiengeschichte wird so geschickt aufgebaut, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.


Fazit:

Ein fesselnder Auftakt voller Familiengeheimnisse, starker Figuren und atmosphärischer Schauplätze. Spannend erzählt, emotional berührend und ohne jede Länge. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.