Die Fragen des Lebens

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Matt Haigs neuestes Werk "Die Mitternachtsreise" ist ein "Geschwisterkind" seines Romans "Die Mitternachtsbibliothek". Obwohl beide Bücher im selben Universum spielen, sind sie inhaltlich unabhängig voneinander lesbar. Die Verwandtschaft zeigt sich jedoch sofort im atmosphärischen Cover: dunkles Blau, von kleinen Sternen betupft. Ein besonderes Highlight sind die fluoreszierenden Elemente, die das Buch auch im Dunkeln leuchten lassen.

Inhaltlich widmet sich der Autor erneut den großen existenziellen Fragen: Was zählt wirklich im Leben? Was braucht man zum Glücklichsein? Und die universelle Frage nach dem "Was wäre, wenn ...?".

Die Geschichte folgt dem kürzlich verstorbenen Wilbur auf seiner finalen Reise im mysteriösen “Mitternachtszug” durch sein vergangenes Leben. Der Zug hält dabei an entscheidenden Wendepunkten seines Lebens und ermöglicht es ihm, diese erneut zu erleben. Der Leser wird Zeuge, wie Wilbur seine früheren Entscheidungen und Handlungen rückblickend wahrnimmt und neu bewertet.

Dabei wird man nicht nur stiller Beobachter von Wilburs Schicksal, sondern wird ebenso zur eigenen Reflexion angeregt.

Matt Haigs Schreibstil ist, wie gewohnt, sehr angenehm und empathisch. Er schafft es, philosophische Tiefe zu vermitteln, ohne belehrend zu wirken. Man nimmt als Leser unweigerlich Impulse für das eigene Leben mit.

​Fazit
Mit "Die Mitternachtsreise" liefert der Meister der tiefgründigen Lebensgeschichten erneut einen einfühlsamen Roman. Er greift durch philosophische Fragen rund um Reue, Liebe und verpasste Chancen entscheidende Lebensthemen auf und arbeitet sie literarisch auf. Als Leser setzt man sich unweigerlich mit diesen Weisheiten auseinander und beginnt, das eigene Leben und getroffene Entscheidungen zu hinterfragen. Das Buch besticht durch diese philosophischen Aspekte und Lebensfragen, weniger durch rasante Spannung oder Action.

​Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, und ich nehme auch diesmal wieder wertvolle Impulse für mein eigenes Leben mit. Dennoch fand ich es nicht ganz so stark wie "Die Mitternachtsbibliothek", die mich nachhaltig geprägt hat.