Die Reise seines Lebens

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webervogel Avatar

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Nachdem ich „Die Mitternachtsbibliothek“ großartig fand, war ich sehr gespannt auf Matt Haigs neuestes Buch, das sich optisch und thematisch an diesen Bestseller anlehnt: „Die Mitternachtsreise“. Auf sie begibt sich Wilbur, als alter Mann frisch verstorben und auf dem Weg in die Ewigkeit. Er reist per Zug, der an verschiedenen Stationen seines Lebens hält und ihn einige Momente erneut als Zuschauer erleben lässt. Begleitet wird er während der Fahrt von Agnes Bagdale, einer längst verstorbenen Buchhändlerin, die ihm die drei Regeln für diese Fahrt ins Jenseits einschärft: sein früheres Ich nicht ansprechen, keinesfalls zugegen sein, wenn es einschläft und den Zugsignalen folgend aus- und in jedem Fall auch pünktlich wieder einsteigen. Und so erlebt Wilbur die Höhen und Tiefen seines Lebens noch einmal und wird von den Leserinnen und Lesern begleitet – gewissermaßen von der Wiege bis zur Bahre. Mir ist er dabei ans Herz gewachsen, mit seinen Fehlern, Schwächen und der Sehnsucht danach, alte Fehler korrigieren zu können. Und Matt Haig wäre nicht Matt Haig, wenn die Erfüllung dieses Wunsches völlig aussichtslos wäre …

„Die Mitternachtsreise“ hat mich begeistert. Ein stimmiger und stimmungsvoller Roman, ein fantasievolles Gedankenexperiment voller Herz, leiser Zwischentöne und kluger Gedanken. Das Buch lädt unaufdringlich zum Sinnieren, Träumen und Reflektieren ein. Nachdem ich mit „Die Unmöglichkeit des Lebens“ vom gleichen Autor nicht so viel anfangen konnte, hat mich dieser neueste Roman wieder voll abgeholt.