Ein Buch, das zum Innehalten einlädt

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sabine236 Avatar

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Matt Haigs „Mitternachtsreise“ hat mich von Anfang an angesprochen – sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Ich war sofort in der Handlung drin und hatte schnell das Gefühl, dass dieses Buch mehr ist als nur eine spannende Geschichte. Es gibt immer wieder Momente, die einen schmunzeln lassen, aber auch traurige Stellen, die nachdenklich machen.
Besonders gut gefallen hat mir, wie das Buch ernste Themen mit einer gewissen Leichtigkeit verbindet. Die Geschichte wirkt nie schwerfällig, obwohl sie durchaus berührende und tiefgründige Gedanken enthält. Beim Lesen habe ich mir öfter gedacht, dass man eigentlich immer wieder kurz innehalten müsste, um über das Gelesene nachzudenken. Inhaltlich und sprachlich ist das Buch fast zu schade, um einfach schnell darüber hinwegzulesen.
Gleichzeitig wurde die Handlung dann aber so spannend, dass mir dieses langsame Lesen kaum möglich war. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und ob Wilbur wirklich in sein altes Leben eingreifen würde. Gerade diese Mischung aus Nachdenklichkeit, Gefühl und Spannung macht das Buch für mich besonders.
Auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Matt Haig findet Formulierungen, die berühren, ohne kitschig zu wirken. Viele Gedanken bleiben hängen und regen dazu an, auch das eigene Leben ein wenig anders zu betrachten. Vielleicht kann das Buch sogar einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Dinge im Alltag mehr wertzuschätzen, bevor sie einem entgleiten.
Für mich ist „Mitternachtsreise“ ein sehr lesenswertes Buch für alle, die Geschichten mögen, die nicht nur unterhalten, sondern auch etwas in einem anstoßen. Es ist berührend, stellenweise traurig, manchmal humorvoll und zugleich spannend erzählt. Eine klare Empfehlung für Leserinnen und Leser, die Bücher mögen, über die man auch nach dem Lesen noch nachdenkt.