Ein Herzensbuch

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Philosophisch, tiefgründig und voller Gedanken, die noch lange nachhallen: „Die Mitternachtsreise“ von Matt Haig konnte mich genauso begeistern wie damals „Die Mitternachtsbibliothek“.

Nach seinem Tod darf Wilbur mit dem Mitternachtszug reisen und dadurch prägende Momente seines Lebens noch einmal quasi als Außenstehender betrachten. Dabei lernt er, worauf es in diesen Augenblicken wirklich ankam, wie sie sein Leben beeinflusst haben und was er vielleicht hätte anders machen können.

Matt Haig hat meiner Meinung nach das Talent, mit unspektakulären, ruhigen Sätzen jede Menge Gefühl und Tiefgründigkeit zu vermitteln. Beim Lesen wurden bei mir sämtliche Emotionen ausgelöst – von Glückseligkeit bis hin zu Traurigkeit. Vor allem hat mich der Roman jedoch motiviert: dazu, beim Rückblick auf mein eigenes Leben mehr positiv berührende Momente vorzufinden als Momente der Angst oder des Stillstands.

Der Roman beschäftigt sich außerdem mit der Flüchtigkeit des Augenblicks und damit, dass wir seinen Wert oft erst im Nachhinein erkennen. Es geht um die Wertschätzung unserer Mitmenschen, um wahre Freundschaft und um die Akzeptanz, dass sich die Vergangenheit nicht ändern lässt und wir lernen müssen, das Beste daraus zu machen.

Ein tolles Extra: Buchhandlungen und die Liebe zu Büchern spielen eine zentrale Rolle.

Ich kann „Die Mitternachtsreise“ jedem ans Herz legen, der Literatur mag, die zum Nachdenken anregt und zugleich wachrüttelt. Ein Hauch Nostalgie und eine Prise Magie machen dieses Buch zusätzlich zu einem ganz besonderen Leseerlebnis!