Ein träger Start im Schatten eines Meisterwerks

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nijura Avatar

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Das Cover ist optisch eng an den Vorgänger „Die Mitternachtsbibliothek“ angelehnt, dennoch finde es tatsächlich noch um einiges hübscher. Es wirkt warm und heimelig.

Nach dem absolut großartigen Erfolg von „Die Mitternachtsbibliothek“ waren meine Erwartungen an Matt Haigs „Die Mitternachtsreise“ riesig. Ich hatte auf eine ähnlich tiefgründige, magische und von der ersten Seite an fesselnde Geschichte im selben unverkennbaren Stil gehofft. Leider wurde diese Vorfreude zunächst ziemlich gedämpft.

Die erste Hälfte des Buches war für mich eine echte Enttäuschung. Wo Die Mitternachtsbibliothek sofort eine unglaubliche Sogwirkung entfaltete, plätschert Die Mitternachtsreise anfangs ziemlich langweilig vor sich hin.
Die Handlung kam einfach nicht in die Gänge. Die Charaktere blieben flach, und ich musste mich streckenweise wirklich zwingen weiterzulesen, weil die vertraute Leichtigkeit und der philosophische Tiefgang, den ich an Haig so schätze, komplett fehlten.

Die Rettung ab der Hälfte: Wer kurz davor ist, das Buch wegzulegen, sollte ihm aber noch eine Chance geben. Ab der Mitte wird es wesentlich besser.
Als hätte Matt Haig plötzlich seinen alten Rhythmus wiedergefunden, nimmt die Geschichte ab der zweiten Hälfte spürbar an Fahrt auf. Die Erzählung verliert ihre lähmende Bravheit, die Emotionen werden echter und die Handlung entwickelt endlich die Dynamik, die ich mir von Anfang an gewünscht hätte. Die zweite Hälfte tröstet über vieles hinweg.

Fazit
Wer einen direkten Nachfolger im Stil der Mitternachtsbibliothek erwartet, wird in der ersten Buchhälfte eine herbe Enttäuschung erleben – hier fehlt dem Buch einfach der gewohnte Zauber. Wer sich jedoch durch die ersten zähen Kapitel gekämpft hat, wird ab der Mitte mit einer deutlich stärkeren, packenden Story belohnt. Insgesamt gut, reicht aber bei Weitem nicht an das große Vorbild heran.