Eine Reise zu sich selbst
„Die Mitternachtsreise“ von Matt Haig ist sein neuestes Werk. Es unterscheidet sich deutlich von seinem Vorgänger „Die Mitternachtsbibliothek“. Während Nora Seeds in „Die Mitternachtsbibliothek“ in neue Leben eintaucht, die von ungenutzten Möglichkeiten geprägt sind, begleitet „Die Mitternachtsreise“ Wilbur auf einer emotionalen Reise. Wilbur steigt in einen mysteriösen Zug ein, der an verschiedenen Stationen seines Lebens Halt macht, die er bereits wirklich gelebt hat. Diese Stationen sind nicht neu für ihn, doch durch diesen Rückblick und der Auseinandersetzung mit ihnen gewinnt er neue Perspektiven. Es ist eine emotionale Reise zu den prägendsten Momenten in Wilburs Leben. Von den Höhepunkten bis zu den Tiefpunkten seines Leben. Ich fand diesen Ansatz unglaublich fesselnd und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Matt Haigs Schreibstil hat mir in „Die Mitternachtsbibliothek“ bereits sehr gut gefallen, allerdings wurde ich mit der Erzählung in der dritten Person in diesem Buch nicht ganz warm. Ich hätte mir eine Erzählung aus Wilburs Perspektive gewünscht, um eine tiefere Verbindung zu seiner inneren Welt herzustellen.
Trotz dieser kleinen Kritikpunkte hat mir die Mischung aus Emotionen und Reflexion in „Die Mitternachtsreise“ sehr gut gefallen. Das Buch ist voller inspirierender Zitate, die Hoffnung und ein warmes Gefühl vermitteln.
Obwohl „Die Mitternachtsreise“ an „Die Mitternachtsbibliothek“ nicht ganz heranreicht, ist es dennoch ein lesenswertes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der auf eine fesselnde und emotionale Reise sucht.