Großartiges Buch mit vielen weisen Botschaften

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Matt Haig ist mir und vielen anderen Menschen als Autor des internationalen Bestsellers "Die Mitternachtsbibliothek" bekannt. Seitdem hat er verschiedene andere Werke verfasst, einige mit deutlichem autobiographischem Anteil und zu psychischen Erkrankungen, sowie Liebesromane. Allen gemeinsam ist, dass es auf die eine oder andere Art auch um den Sinn im Leben geht.

An dieses Thema schließt auch die Mitternachtsreise an. Ging es bei der Mitternachtsbibliothek um die junge Nora, die noch weite Teile ihres Lebens vor sich haben könnte und verschiedene mögliche Lebenspfade betrachtet, so haben wir nun einen alten Mann, Wilbur, der vor kurzem mit über 80 nach einem langen Leben gestorben ist und nun als Geist auf sein Leben zurückblickt.

Begleitet vom Geist einer ehemaligen Inhaberin eines Bücherladens, den er als Junge gerne besuchte, und die damals und auch jetzt eine Art Mentorinnenfunktion für ihn einnimmt, fährt der Geist von Wilbur mit einem Zug durch sein vergangenes Leben, kann so einiges im Schnelldurchlauf betrachtet und bei markanten Stationen aussteigen und Wendepunkte in seinem Leben näher betrachten.

Es ist auch eine schmerzhafte Reise für den Geist des alten Mannes, dem bewusst wird, wie viel an seinem Leben er bedauert und er gerne anders gemacht hätte. Wie er rückblickend Prioritäten anders setzen würde, weniger Wert auf Karriere, Status und Vermögen legen würde und mehr auf zwischenmenschliche Beziehungen, und bei vielem genauer hinschauen würde.

Insgesamt ist es ein langsam und gemütlich erzähltes Buch, das sich Zeit nimmt für Tiefsinnigkeit und ausführliche Dialoge zwischen den Personen. Es findet sich viel an Weisheit darin, die dazu einlädt, auch über das eigene Leben und die eigenen Prioritäten genauer ausführlicher nachzudenken.