Lesevergnügen mit kleinen Kritikpunkten

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careini Avatar

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Ich bin ein großer Matt Haig Fan und habe mich besonders auf dieses Buch gefreut: Der Schreibstil der „Mitternachtsreise“ ist gewohnt einfühlsam, flüssig und voller kleiner Alltagsweisheiten, was sich wieder in meinen vielen Markierungen im Buch bemerkbar gemacht hat.

Die Handlung selbst würde ich als solide bezeichnen. Ich habe mich durchweg gut unterhalten gefühlt, fand das Buch sehr kurzweilig und fand es lediglich etwas vorhersehbar im Handlungsverlauf. Zudem erschloss sich mir die tiefergehende Funktion des Mitternachtszugs in seinem „Standardeinsatzzweck“ nicht so ganz, ohne zu viel spoilern zu wollen.

Die „Moral der Geschichte“ hat bei mir zudem Fragen aufgeworfen. Während „Die Mitternachtsbibliothek“ sehr schön vermittelt, dass jede Entscheidung sowohl positive als auch negative Konsequenzen hat und kein Leben eindeutig „richtig“ oder „falsch“ ist, hat „Die Mitternachtsreise“ für mich eher vermittelt, dass das Leben in der Retrospektive besser gewesen wäre, wenn man an der ein oder anderen Stelle anders abgebogen wäre. Das war mir persönlich zu ernüchternd und konnte mit der starken Botschaft vom Vorgängerwerk nicht mithalten.

Übrigens: Man muss nicht „Die Mitternachtsbibliothek“ gelesen haben, um „Die Mitternachtsreise“ zu lesen.

Trotz der o.g. Kritikpunkte ist das Buch für mich aber absolut lesenswert. Es ist berührend geschrieben, regt zum Nachdenken an und ist eine gute, kurzweilige Unterhaltung.

Und wer auch zur Mitternachtsstunde liest und das echte Buch hat, wird sich über eine kleine leuchte Überraschung freuen. Dafür einfach mal das Licht ausschalten 😊