Mal wieder ganz großes Kino!

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Für mich war Die Mitternachtsreise eine emotionale, nachdenkliche und stellenweise sehr berührende Geschichte, die mich vor allem durch ihre philosophischen Fragen rund um Reue, Liebe und verpasste Chancen abgeholt hat. Matt Haig gelingt es erneut, eine besondere Atmosphäre zu schaffen, in der Realität und Magie auf eine sehr zugängliche Weise miteinander verschmelzen.
Besonders toll fand ich auch wieder die Grundidee - die auch in der Mitternachtbibliothek so wunderbar war -, zentrale Momente des eigenen Lebens noch einmal durchleben zu können und sich dabei mit den eigenen Entscheidungen auseinanderzusetzen. Wilburs Reise wirkte auf mich melancholisch, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Gerade die Reflexion über vergangene Fehler, verlorene Liebe und die Frage, was im Leben wirklich zählt, verlieh der Geschichte viel emotionale Tiefe.
Der Schreibstil war wie gewohnt angenehm, leicht lesbar und dennoch voller bedeutungsvoller Gedanken. Viele Passagen regten mich zum Nachdenken an, besonders über das Thema, wie sehr unsere Entscheidungen unser Leben prägen und ob man Frieden mit der eigenen Vergangenheit schließen kann.
Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass sich einige Botschaften recht deutlich wiederholten und die Handlung stellenweise eher ruhig als mitreißend verlief. Wer also auf durchgehend hohe Spannung hofft, könnte hier möglicherweise etwas weniger abgeholt werden. Für mich lag die Stärke des Buches vielmehr in seiner emotionalen und lebensbejahenden Botschaft als in einem actionreichen Plot.
Insgesamt empfand ich das Buch als eine gefühlvolle, kluge und inspirierende Reise, die weniger von äußerer Spannung lebt, sondern vielmehr von innerer Entwicklung und großen Lebensfragen.